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Grüner Arbeiten

Ruine mit Neubau vereint zu einer grünen Arbeitsoase

Alles, was vom Post- und Telegrafenamt in der Köpenicker Straße nach den Bombennächten des... mehr

Alles, was vom Post- und Telegrafenamt in der Köpenicker Straße nach den Bombennächten des Zweiten Weltkrieges übrig blieb, war ein Fassadenfragment, das unter Denkmalschutz steht. Zwei Häuser aus gelben Klinkern sind im Hinterhof auf wundersame Weise relativ unversehrt erhalten geblieben. Was ursprünglich als Bauland für Wohnungen gedacht war, ist heute ein hochmodernes Office-Gebäude mit Coworking-Spaces und fest vermieteten Büroflächen geworden.

Das Berliner Architekturbüro &Mica hat in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro Atelier Le Balto die Verwandlung des Ortes geplant und umgesetzt. Der romantischen Vorstellung des Architekten Andreas Michels entsprechend, soll das Gebäudeensemble aus Alt und Neu den Eindruck einer Ruine, die von der Natur zurückerobert wird, erwecken. Das ist fast gelungen, jedoch sind weder Dornröschen noch ein Prinz in Sicht. Stattdessen erscheint ein siebengeschossiges Betongebäude, das sich auf die Fassadenreste zu stützen scheint. Alle Details, die an das ehemalige Dasein der hiesigen Gebäude erinnern, sollten erhalten bleiben – so integriert der Neubau das historische Fassadenrelikt. Vorderhaus und die erhaltenen Ziegelbauten ergeben eine Nutzfläche von 11.650 m². Die Pfeiler und die Ziegelkappendecken der großen Säle der Altbauten blieben in ihrer Anmutung erhalten. Vielleicht trafen hier die Telegramme ein, die per Rohrpost verschickt worden sind.

Im Neubau an der Köpenicker Straße wurde der Rohbeton sichtbar belassen. Durchgehende Balkone an der Breitseite und große Flächen im Freien wurden durch bodentiefe Fenster erzielt, die weit nach innen geschoben wurden. Sie bringen nicht nur Licht ins Gebäude, sondern vermitteln den Nutzer:innen im Innern auch ein Gefühl, als würden sie im Freien arbeiten. So müssen Büros beschaffen sein, meint sinngemäß Andreas Michels, sie sollen nicht das Gefühl geben, eingesperrt zu sein, sondern stattdessen Freiheit vermitteln.

Die Landschaftsarchitekt:innen von Studio Le Balto erklären ihr Konzept so: „Ein wesentliches Merkmal ist die Fassadenbegrünung mit Hilfe von Gabionen. Dieses ökologische Konzept wurde in Japan entwickelt und wird erstmals in Europa angewandt.“ Es wurde nach geeigneten Pflanzen gesucht, die sich während ihres Wachstums in den stahlgeflochtenen Gittern der Balkone und Brüstungen ihren Weg suchen. Zusätzlich zu ihrer ästhetischen Funktion spenden die Pflanzen Schatten, dienen als Feinstofffilter und Klimapuffer, dämmen den Straßenlärm und kühlen im Sommer.

Gekühlt und geheizt wird durch Geothermie. Rund 40 Bohrstäbe im parkähnlichen Garten fördern die Erdwärme zutage. Zusätzlich gibt es eine eigene Solaranlage auf dem Dach. Das Architekturbüro wurde mit dem Projekt „Telegraph“ als KlimaSchutzPartner des Jahres 2022 ausgezeichnet.

www.undmica.de

Fotos:

Sebastian Schramm
www.bueroschramm.de
Büro Schramm für Gestaltung &MICA

(Erschienen in CUBE Berlin 04|22)

Architekten: &Mica www.undmica.de Bauleitung: Reiter Architekten... mehr
Architekten:

&Mica
www.undmica.de

Bauleitung:

Reiter Architekten

www.reiterarchitekten.de

Außenanlagen:

Atelier le balto
www.lebalto.de

Dachdeckerei:

Wilke Dachdecker
www.wilke-dachdecker.de

Elektro:

Unger Elektro Anlagenbau
www.unger-elektroanlagenbau.de

Estrich:

LZR Estrich- und Trockenbau
www.lzr-baugruppe.de

Fenster:

Bautischlerei Köhler
www.bautischlerei-koehler.de
Fresand
www.fresand.de

Fliesen:

Monafiiehl
www.monafiiehl.de

Schlosserei:

Metallbau Jung
www.metall-jung.de

Tischlerei:

Tischlermeister Ralph Joeris
www.tischlerei-joeris.de

Aufzüge:

Tepper Aufzüge
www.tepper-aufzuege.de

Hohlraumboden:

Lindner
www.lindner-group.com

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