Modern geläutert

Ein Einfamilienhaus aus den 1930er-Jahren wird neu geordnet und gestalterisch geklärt

_J8A3905-Bearbeitet-Bearbeitet-2-2_15_700pixel

Das Wohnhaus, das eine vierköpfige Bauherrenfamilie am Ortsrand von Schildgen in Bergisch Gladbach erworben hatte, wirkte idyllisch – mitten auf einem großzügigen Grundstück mit altem Baumbestand in nächster Nähe zu einem Landschaftsschutzgebiet. Zugleich erzeugte es aber auch einen etwas verwirrenden Eindruck: Die Komposition der Baukörper hatte Unstimmigkeiten, wirkte heterogen und im Gesamteindruck verbaut.    

Das Gebäude, Baujahr 1930, war von dem für seine Kölner Nachkriegsbauten bekannten Architekten Ernst Nolte (1897–1973) zunächst als eingeschossiges Sommerhaus realisiert worden. Noch im Folgejahr plante er dazu hangseitig eine Erweiterung: Ein zweigeschossiger Kubus und ein Treppenturm wurden ergänzt, um der Bauherrenfamilie einen ständigen Wohnsitz zu ermöglichen. Der mit Sanierung und Umbau beauftragte Kölner Architekt Wolfgang Rettberg fügte die drei Volumen erstmals zu einem klaren Fassadenbild mit stimmigen Proportionen zusammen. Das Raumprogramm passte er dabei den individuellen Wohnbedürfnissen der Bauherren an. Die Familie wünschte, dass das Erdgeschoss durch größere Fenster weiträumig geöffnet wird. Neu eingefügte Fensterfronten mit filigranen Stahlprofilen vereinheitlichen die Sturzhöhen in dem Bereich der Wohnküche und des Wohnzimmers. Speziell im Erdgeschoss erlaubten die schmalen Profile, lange „Sitzfenster“ auszugestalten. Alle erneuerten Fensteröffnungen wurden zudem nach den Proportionsverhältnissen des Goldenen Schnittes ausgeführt. Im Zusammenspiel mit der weißen, glatt verputzten Fassade und der filigranen Dachreling ergibt sich dabei ein deutlich klareres Fassadenbild, das sich gestalterisch am Neuen Bauen der zwanziger Jahre orientiert. Das großzügige Wohnzimmer mit Konzertflügel wird gelegentlich auch für Hauskonzerte mit Publikum genutzt. Durch ein vertikal in den Baukörper eingeschnittenes Oberlicht baut der Raum im Erdgeschoss eine Beziehung zum Himmel auf: Einmal im Jahr lässt sich hier das Spektakel der Sommersonnenwende erleben. Der Schlafbereich der Bauherren wurde schließlich als volltransparenter Glaskubus mit Sonnenschutz auf der Dachterrasse errichtet. So wird der Sternenhimmel nachts zum Greifen nah.

www.architekt-rettberg.de

Fotos:

Achim Bednorz
www.achimbednorz.com

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|21)

Architekten:

Architektur Wolfgang Rettberg
www.architekt-rettberg.de

Elektroarbeiten:

Elektrotechnik Thomas Reuten
www.elektrotechnik-reuten.de

Heizung, Sanitär:

Leo Wirtz
www.leo-wirtz-kg.de

Fenster- und Schlosserarbeiten:

Ohrem und Kuipers
www.ohrem-kuipers.de

Dachdeckerei:

Wirth
www.dachdecker-wirth.de

Maler:

Malermeister Duske
Telefon: 02202-955880

Schreinerei (Parkett/Innentüren):

Möbelwerkstätten Elbracht
www.tischler-koeln.com

Nothing found.

Porzer Würfel

Eine Nachverdichtung in Holzhybridbauweise schafft bezahlbaren Wohnraum im Kölner Süden

Urban und kommunikativ

Die Außenanlagen der Neubauten auf der Margarethenhöhe erfüllen vielfältige Anforderungen

Transformation ins Heute

Wohnung im Westend wird geöffnet, aufgehellt und präzisiert

Nothing found.

_R5_0706_fin_19_700pixel

Gelungene Verbindung

Fachwerkhaus erhält neue Doppelhaushälfte

Kueche_19_700pixel1HczXb16H3OXN

Feuerwerk der Farben

Ein Wohnhaus in Bonn hat eine ausdrucksstarke Auffrischungskur erhalten

UR-RP1-220412-5_15_700pixel

Mit Hang zum Hang

Ein auf Hanggärten spezialisierter Gartendesigner präsentiert seinen eigenen Garten

Meditative Fernblicke

Ein Wohnhaus in der Voreifel beeindruckt durch seine besondere Holzästhetik

SSF04893_web

Zurich Campus in der MesseCity Köln

Backstein-Kontor, Backstein Kontor, Zurich-Campus, Messe City Köln, Ziegel

_AD55994_15_700pixel

Lust auf Sturmfrei?

Über den Dächern von Köln ist Raum für besondere Events aller Art

bL1100914_19_700pixel

Ein Villengarten voller Eleganz

Umgestaltung eines großen Anwesens bringt klassische und moderne Elemente in Einklang