Modular und sinnlich
Eine Grundschule im Osten Kölns verbindet eine effiziente Bauweise mit Raumwirkung
Die Stadt Köln reagiert auf steigende Schülerzahlen und wachsende Ansprüche an Bildungsbauten mit einem zukunftsweisenden Konzept: dem modularen Holzbau. Auch die Rosenmaarschule in Holweide sollte in dieser Bauweise für die neuen Anforderungen erweitert werden: In einem europaweiten Vergabeverfahren hat das Kölner Architekturbüro baut architektur 2022 gemeinsam mit dem Holzbauspezialisten Blumer Lehmann den Zuschlag für diese und eine weitere Schulerweiterung erhalten. Im letzten Herbst konnte die 1.700 m² große Erweiterung der Grundschule in Betrieb genommen werden.
Der bestehende Schulkomplex aus den 1950er-Jahren liegt eingebettet in ein weitläufiges Freigelände mit Schafhaltung. An diesem ländlich-idyllischen Ort im urbanen Kontext entstand ein Erweiterungsbau, der Platz für 180 zusätzliche Schüler:innen bietet und gleichzeitig mit seiner Architektur neue pädagogische Konzepte unterstützt. Neben klassischen Klassenräumen umfasst das Gebäude offene Lernlandschaften und ein zentrales Schülerforum, das Begegnung und Austausch ermöglicht. Die Entscheidung für ein modulares Bausystem aus Holz brachte zahlreiche Vorteile mit sich: So ermöglichen die insgesamt 70 industriell vorgefertigten und vor Ort aneinandermontierten Holzmodule eine kurze Bauzeit bei gleichzeitig hoher Ausführungsqualität. Die sichtbar belassene Fassade aus unbehandeltem Lärchenholz wirkt nach außen hin natürlich und individuell – ergänzt durch auflockernde farbige Akzente an den Fensterbändern. Im Innenbereich schaffen Holzsichtflächen sowie farblich abgestimmtes Einbaumobiliar in Verbindung mit Linoleum- und Kautschukböden eine warme, einladende Atmosphäre. So entsteht mit einfachen Mitteln ein Lernumfeld, das Geborgenheit vermittelt und die Sinne anspricht.
Aber auch ökologisch setzt das Projekt Maßstäbe: Holz als nachwachsender Rohstoff bindet CO₂ und trägt so aktiv zum Klimaschutz bei. Die hohe Energieeffizienz der Gebäudehülle erfüllt KfW 40- sowie Passivhausstandards, und die Möglichkeit eines sortenreinen Rückbaus unterstreicht den nachhaltigen Anspruch des Konzepts. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entstand innerhalb von 13 Monaten Roh- und Ausbauzeit ein Bildungsbau, der nicht nur funktional überzeugt, sondern auch neue Impulse für die Zukunft des Schulbaus in Köln setzt.
Fotos:
Lioba Schneider
www.liobaschneider.de
(Erschienen in CUBE Köln Bonn 01|26)
