Schönheit am Hang
Ein Einfamilienhaus spielt mit der Topografie des Geländes
Ein schönes Haus in einer grünen Umgebung. Diesen Traum hat sich eine dreiköpfige Familie erfüllt. Umgeben von Waldgebieten, haben die Architekten Engelshove Bau in einem Neubaugebiet ein charaktervolles Einfamilienhaus geplant und umgesetzt, das keine Wünsche offenlässt.
Entstanden ist es auf einem rund 1.100 m² großen Grundstück in Hanglage, an dessen westlicher Grenze bereits vorhandene Kirschbäume im Frühling für blühende Farbtupfer sorgen. 3,50 Meter Höhenunterschied mussten auf der zu bebauenden Fläche berücksichtigt werden. Zudem galt es, örtliche Bauvorschriften einzuhalten, die auf die Entwurfsentwicklung großen Einfluss hatten. So war die maximale Gebäudebreite ebenso vorgeschrieben wie die Dachneigung und die Trauf- und Firsthöhen. „Rein rechnerisch durfte es sich zudem nur um ein eingeschossiges Wohnhaus handeln“, beschreibt Architektin Anja Engelshove eine weitere Herausforderung.
Erschlossen wird das Grundstück aus Richtung Süden. Dort befinden sich der Keller, eine großzügige Garage, die in das Gebäude integriert ist, sowie der Eingangsbereich. Weder von außen noch von innen wird dieser Bereich als Nutzfläche wahrgenommen. Der Eingangsbereich springt etwas zurück, sodass ein vor Witterungseinflüssen geschützte Fläche entstanden ist. Ihm vorgelagert sind Stützen, die eine statische Funktion übernehmen, jedoch aufgrund ihrer Aluminiumummantelung, die in Form einer Lamelle ausgeführt wurde, auch als ein vor Blicken schützendes Gestaltungselement wahrgenommen werden. Das dank der bodentiefen Glasfront lichtdurchflutete Entrée ist entsprechend den Wünschen der Bauherrenschaft repräsentativ und einladend gestaltet. Von hier aus leitet eine breit angelegte Treppenanlage Bewohner:innen und Besucher:innen unmittelbar in die Wohnetage.
Die Fassade besteht hauptsächlich aus grauem, länglichem Klinker, der mit seinen feinen Nuancen für ein elegantes Erscheinungsbild sorgt. Sämtliche Rücksprünge, wie am Giebel oder Eingangsbereich, sind mit Fassadentafeln aus Aluminium abgesetzt. Das Dachgeschoss ist bis zum First geöffnet, wodurch ein großzügiger Eindruck entsteht. Vor dem Schlafraum in Richtung Süden befindet sich eine Dachterrasse, die zusätzlich Sonne und Licht in das Gebäude holt.
Die Anordnung der Räume orientiert sich stark an den örtlichen Gegebenheiten sowie an den Himmelsrichtungen. Der Garten liegt im Vergleich zum Eingangsbereich dreieinhalb Meter höher und erstreckt sich neben dem Haus in westlicher Richtung. Es ist die Ebene des Wohnbereiches, dessen bodentief verglaste Front diesen mit dem Garten verschmelzen lässt. Unmittelbar an die Terrasse grenzt ein von Engelshove mitgeplanter Pool, der zur hohen Aufenthaltsqualität beiträgt. Die Innenausstattung ist hochwertig. Für die Eltern wurde ein großzügiger Bereich mit Ankleide und separatem Bad geplant. Highlights sind unter anderem ein Gaskamin, Designlampen, nach Maß gefertigte Einbaumöbel sowie die hochwertige Sanitärausstattung und das ausgeklügelte KNX-System.
Neben dem Pool setzten im Garten Hochbeete Akzente, die einen weiteren Höhenunterschied von einem Meter auf dem Hanggrundstück abfangen. Zu den sich bereits auf dem Grundstück befindlichen Kirschbäumen im Westen gesellen sich im Norden Spalierbäume, die Einblicke aus dieser Richtung verhindern und für Privatsphäre sorgen. „Die starken Bauauflagen haben uns wirklich herausgefordert“, blickt Anja Engelshove zurück, „aber das Gebäude ist auch deshalb so individuell geworden und hebt sich von anderen Gebäuden ab.“
Fotos:
Arnt Haug
www.arnt-haug.de
(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|26)
