Schöne An- und Aussichten
Ein Wohnhaus spielt mit traditionellen Bauformen und modernen Elementen
Eine Lage wie aus dem Bilderbuch prägt dieses Haus für eine vierköpfige Familie am höchsten Punkt einer Sackgasse in Stadtrandlage. Errichtet wurde es auf einem ehemals zu einer Industriellenvilla gehörenden großflächigen Grundstück, das in sieben Parzellen unterteilt wurde. Raumzenit Architekten und Designer aus Schmallenberg entwarfen hier die moderne Interpretation eines für das Sauerland typischen Hauses mit Satteldach. Gartenseitig öffnet sich der Bau mit einer nahezu komplett verglasten Fassade zur Landschaft. Das knapp 2.000 m² große Areal ist umgeben von altem Baumbestand. Nordöstlich grenzt ein Feld mit anschließendem Wald an.
„Die Ausrichtung des Giebels auf dem Hügel war sehr entscheidend, sowohl für den Ausblick als auch für den Anblick des Wohnhauses. Daraus resultierte auch die Platzierung des Gebäudes auf dem Grundstück“, erläutert Architekt Julian Schürmann. Das Gebäude vereint die zentralen Anforderungen der Bauherrschaft: ein modernes Haus, das Komfort und Funktionalität mit repräsentativem Charakter verbindet. Der Entwurf lebt von einem ausgewogenen Zusammenspiel aus Kontrast, Proportion und klarer Ordnung. Traditionelle Bauformen werden mit reduzierten, modernen Elementen kombiniert; symmetrische Grundstrukturen werden durch gezielt gesetzte asymmetrische Öffnungen aufgelockert. Die klare Gliederung von Haupt- und Nebenbaukörpern sowie der Wechsel zwischen geschlossenen und transparenten Flächen verleihen dem Gebäude Ruhe, Spannung und eine selbstverständliche architektonische Präsenz. Besonders spannungsvoll ist das Zusammenspiel von Haupthaus und flankierenden Flachdachanbauten. Das prägnante und vertikal ausgerichtete Satteldach des Hauptbaukörpers mit seinen auf ein Minimum reduzierten Dachüberständen trifft auf horizontal ausgerichtete, zurückhaltende und funktionale Anbauten zu beiden Seiten. Die großformatigen Verglasungen im Erd- und Obergeschoss öffnen das Gebäude und schaffen fließende Übergänge zwischen dem Innen- und Außenraum. Trotz seines Volumens wirkt das Haus dadurch leicht, transparent und einladend.
Mit 271 m² Wohnfläche und weiteren 115 m² Nutzfläche bietet das Gebäude großzügigen Raum für individuelles Wohnen. Besonderes Augenmerk lag auf einer klaren funktionalen Gliederung: Im Erdgeschoss befinden sich die eher öffentlicheren Wohnbereiche mit direktem Bezug zum Garten, während das Obergeschoss als privater Rückzugsort mit Balkon und weitem Ausblick konzipiert ist. Seitlich an den Hauptbaukörper angegliedert ergänzen Nebennutzungen wie Carport, Outdoor-Küche und eine überdachte Terrasse das Raumprogramm. Der wettergeschützte Außenbereich wird so zu einer selbstverständlichen Erweiterung des Wohnraums ins Freie.
Fotos:
Christoph Meinschäfer
www.christoph-meinschaefer.de
(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|26)