Fang das Licht

Aus einem Kaufhaus wird ein moderner Workingspace mit Gastronomie und Verkaufsflächen

210305_up_berlin_jasper-arch_DSC1611-C-Nils-Koenning_15_700pixel

Eine kaum für möglich gehaltene Metamorphose erfuhr das nahezu als historisches Denkmal zu wertende Gebäude nahe des ehemaligen Hauptbahnhofs der DDR, dem heutigen Ostbahnhof: Das einstige Centrum Warenhaus, das 1979 als Ikone des Fortschrittsglaubens fast so etwas war wie ein Fanal des prosperierenden Ostdeutschlands, hatte nun – über 30 Jahre nach dem Mauerfall und nach einigen kurzen Episoden als Hertie und Kaufhof – ausgedient. Das österreichische Immobilienunternehmen Signa erwarb das Gebäude und lobte einen Wettbewerb zur Umgestaltung des Kaufhauses aus. Der international tätige Architekt Martin Jasper gewann mit seinem Team von Jasper Architects dieses Verfahren und wurde von der Signa als Generalplaner gemeinsam mit dem lokal ansässigen Architekturbüro Gewers Pudewill mit dem Umbau beauftragt. Die Umstrukturierung des Gebäudes kann kaum anders als abenteuerlich genannt werden: Aus einem geschlossenen, fensterlosen, quadratischen Betonkubus sollte ein offener, einladender und lichtdurchfluteter neuer Glaspalast werden. Ein kaum vorstellbares Unterfangen. Das Ergebnis – Eröffnung war im März 2021 – ist verblüffend: Das Bestandsgebäude wurde vollständig entkernt, sodass nur noch das Stahlskelett übrig blieb. Eine „strukturelle Konversion“ für den neuen Mieter Zalando war das Leitbild der Planung. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass das von Jasper Architects vorgeschlagene „Aufschneiden“ des ehemals kompakten Volumens ein genialer Einfall war. In die Mitte des Altbaus wurde eine Schlucht eingeschnitten, an den vier Außenwänden jeweils ein Keil. Schon war das Gebäude lichtdurchflutet, wenn auch um den Preis des Flächenverlustes. Dafür wurde es um zwei Geschosse aufgestockt, um wieder auf dieselbe Grundfläche zu kommen. Dreidimensional gedacht strukturiert sich der Innenraum zu einem X. Auf jeder Etage ergeben sich vier um einen inneren Kern angeordnete Flächen. Der raue industrielle Charme der Immobilie wurde erhalten und die Technik – Lüftung, Kabel, Rohre, Schienen – bleibt sichtbar. Die Außenfassaden setzen sich aus zwei Modultypen zusammen: Abwechselnd wurden vollverglaste oder geschlossene Elemente montiert. In den Auslassungen wurden nur Glasflächen eingesetzt. Gemäß dem Nutzungskonzept zogen Shops, Supermärkte und Cafés in das Erdgeschoss ein. Die oberen Stockwerke werden von Zalando als Büroflächen genutzt, die modernen, sich wandelnden Arbeitsflächenanforderungen entsprechend gestaltet sind.

www.jasperarchitects.com
www.gewers-pudewill.de

Fotos:

HG Esch
www.hgesch.de
Nils Koenning
www.nilskoenning.com

(Erschienen in CUBE Berlin 01|22)

Nothing found.

Ein sicherer Ort zum Wohlfühlen

Nachhaltiger Kita-Neubau mit kindgerechten Sanitärräumen als integraler Bestandteil der Architektur 

Ein Ort zum Wohlfühlen

Die Umgestaltung eines Pausenhofs schützt eine alte Buche und schafft einen vielseitigen Freiraum

Flexibel, günstig, trennbar

Ein Mietgaragenpark besticht durch sein zukunftsoffenes Konzept

Nothing found.

Landhausgarten_Spiegelsee_1_c_VisitSpandau_ClaudiaSchwaier_15_700pixel

Vom Landhausgarten zum Park

Noch heute trägt das Areal den ursprünglichen Namen Landhausgarten Fraenkel

Mehr ist mehr

Urlaubsarchitektur der Luxusklasse auf Usedom

Das blaue Haus

Kita-und Gesamtschule als Ergänzung des Jüdischen Campus

Strukturierte Eleganz mit Wärme

Gezielte Akzente für ein organisches Spacing

Offene Flexibilität

Lichtdurchflutete, moderne Arbeitsräume im Bötzow-Viertel

Verjüngungskur

Eine gründerzeitliche Altbauwohnung wurde umgebaut und modern gestaltet

9B9E917B-5F62-4548-922C-7484BD85CDE1_b_15_700pixel

Ein Ort der Entspannung

Geschmackvoll und funktional: Osteopathische Praxis im Bezirk Tiergarten

EP04219-0021-_15_700pixel

Arbeiten im Kreativquartier

DSTRCT nennt sich das neu entstandene Büro-, Läden-, Sport- und Eventquartier im Prenzelkiez