Ein Sicheres Zuhause für Kinder

Vollständige Umnutzung eines Luxushotels

Als ehemaliges Luxushotel thront einst das heutige Haupthaus Sancta Maria in Kladow majestätisch über dem Ufer der Havel. Einst bot das Gebäude wohlhabenden Gäste Ruhe und Erholung, bis es nach dem zweiten Weltkrieg für Schutzsuchende geöffnet und unter anderem den Hedwigschwestern anvertraut wurde. Sie nutzten das Haus, um den zahlreichen elternlosen Kindern der damaligen Zeit ein Zuhause zu geben. Diese soziale Tradition besteht bis heute, denn das Haus dient weiterhin zumindest teilweise als Kinderwohnheim unter der Obhut der Hedwigschwestern.

Da deutschlandweit und insbesondere in Berlin die Nachfrage an Kinderheimplätzen gestiegen ist, sollte das Großgebäude nun so umgebaut werden, dass es eine vollständige Nutzung als Kinderheim ermöglicht. Für die Umsetzung wurde Architekt Andreas Bach engagiert. Gemeinsam mit regionalen Handwerkern überführte er das Luxushotel mit seinem Außengelände endgültig in ein Kinderheim. Dabei galt es zunächst, den Stau im Bereich der Elektrik sowie Ver- und Entsorgungstechnik zu beheben, die Bäder gemäß aktueller Richtlinien und Vorgaben für Heime neu zu gestalten und eine neue Heizungsanlage zu installieren. Aufgrund der weit zurückgesetzten Lage des Haupthauses war kein zusätzlicher Lärmschutz zur angrenzenden Nachbarbebauung notwendig. „Allerdings wünschte sich die Bauherrin eine Beleuchtung der Zuwege“, sagt Architekt Andreas Bach und ergänzt, dass diese die angrenzenden Wohngrundstücke nicht ausleuchten und damit beeinträchtigen sollte.

Im Zentrum des Entwurfs stand das Wohl der zu versorgenden Kinder. Deshalb sollten Doppelzimmer vermieden werden, was trotz der erheblicher Beschränkungen durch die vorgefundene Bausubstanz gelungen ist: Nur zwei von insgesamt 17 Zimmern sind als Doppelzimmer ausgeführt. Darüber hinaus wurden die Außenanlagen kindgerecht gestaltet.

Obgleich das Brandschutzkonzept keine Brandmeldeanlage vorsah, entschied die Bauherrin, diese für das Haupthaus zu installieren, um den Schutz der Bewohner:innen zu maximieren. Im Dachgeschoss wurde ein schallgedämmter Besprechungsraum mit Glaswänden eingerichtet. Dank dieses Kniffs können die Bewohner:innen selbst in Besprechungszeiten durch das dortige Paradefenster die Aussicht auf den Wannsee genießen.

www.aba-bau.de

Fotos: 
Andreas Bach Architekt

(Erschienen in CUBE Berlin 03|25)

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