Neu und doch vertraut

Über die Erweiterung und Umgestaltung von Hamburgs grünem Herz

Im Zuge der Revitalisierung des Gebäudeensembles des CCH und seines direkten Umfeldes plante die Stadt auch die Neuordnung des angrenzenden Raums entlang der Marseiller Straße. Daraus entstand eine einmalige Chance: Der Parkteil Planten un Blomen konnte erweitert und der Dag-Hammarskjöld-Platz als repräsentative Fläche zwischen CCH, Hotel, Dammtor-Bahnhof und der historischen Parkanlage neu gestaltet werden. Durch den Rückbau des Betontrogs der vierspurigen Marseiller Straße sollte eine verbindende Achse zwischen dem Dag-Hammarskjöld-Platz, dem CCH-Vorplatz, dem Messe-Eingang und der Bucerius Law School geschaffen werden. Hierfür wurde 2015 ein Wettbewerb ausgelobt, den das Berliner Landschaftsarchitekturbüro POLA gewann.

Die Landschaftsarchitekt:innen lösten die komplexe Aufgabe mit großer Sensibilität und Eleganz. Ihr Umgang mit den denkmalgeschützten Gartenkunstwerken „Planten un Blomen“ sowie „Alter Botanischer Garten“, ihre zukunftsfähige Weiterentwicklung und die Einbindung in Hamburgs historisch bedeutsamen städtebaulichen Kontext ließen einen öffentlichen Freiraum von großer Qualität entstehen. Die bis zu sechs Meter hohe Stützwand gegenüber dem Bahnhof wurde entfernt und so freie Sicht auf den Park geschaffen. Für eine barrierefreie Erschließung wurde die alte Fußgängerbrücke zurückgebaut, die einst den Höhenunterschied zwischen Bahnhofsentree und Wallanlagen überbrückt hatte. Der Weg führt nun direkt und barrierefrei vom Bahnhofsportal entlang eines intensiv bepflanzten Schaufensters unmittelbar zum Alten Botanischen Garten. Der markante Einfriedungszaun, der sich je nach Blickrichtung von offen zu geschlossen präsentiert, inszeniert Ein- und Ausblicke auf eine Abfolge von Inseln, die abwechselnd natürlich-üppig mit Blütenstauden, Gräsern oder Rasenflächen sowie neuen Bäumen und wogenden Staudenflächen bepflanzt ist.

Dort, wo zuvor der dunkle Betontrog der vierspurigen Marseiller Straße die Parkanlage durchtrennt hatte, entstand eine Esplanade zum Flanieren – eine Abfolge heller, einladender Pflanzungen und Plätze, ergänzt durch einen Parkbalkon mit Blick über den neugestalteten Dag-Hammarskjöld-Platz, das neue, hell gepflasterte Vorzimmer zum Alten Botanischen Garten. Die früher dunkle und steinerne Atmosphäre wandelt sich durch sonnige, grüne Terrassen in einen Ort des Lichts und bildet so einen Auftakt nach Maß zu den neuen Parkeingängen und der Marseiller Esplanade. Die neu geschaffene Abfolge verschiedener Plätze und Grünbereiche, gepaart mit der Inszenierung neuer Sichtbeziehungen, formt die Einzelbereiche des Parks erstmalig zu einem harmonischen Ensemble, das mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur Preis 2025 in der Kategorie „Pflanzenverwendung“ ausgezeichnet wurde.

www.pola-berlin.de

Fotos:
Hanns Joosten
www.hannsjoosten.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 01|26)

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