Behütete Atmosphäre

Ein altes Stadthaus wurde nachhaltig für eine Familie um- und weitergebaut

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Der Umgang mit dem Baubestand gilt als ein Schlüssel zu einem ressourcenschonenden, nachhaltigen Bauen. Je mehr auch in den Innenbereichen der Gebäude mit vorhandener alter Bausubstanz gearbeitet wird, desto nachhaltiger reduziert sich auch der Einsatz an grauer „Baustoff-Energie“ und es tritt zugleich eine Vermehrung an goldener, baukultureller Energie ein: Denn wenn das Alte freigelegt, neu interpretiert, ergänzt und weitergebaut wird, reichern sich die atmosphärischen Schichten eines Gebäudes an – und es entsteht das, was sich letztlich jede/r Bauherr:in wünscht: Das Bauwerk wird zu einem echten Original und unverwechselbaren Unikat. 

So war es auch im Fall eines an sich eher unspektakulären Stadthauses aus dem Jahr 1938 in einem Veedel im Kölner Westen: Die Kölner Architektin und Innenarchitektin Angelika van Putten entwickelte für das zuletzt in den 1960er-Jahren sanierte, bei Projektstart vollkommen verwohnte Haus einen Sanierungs- und Umbauplan. Dieser spricht nicht nur ästhetisch an, sondern besteht auch funktional vor dem Alltag der jungen Familie. Die Gestaltung der Innenräume sollte dabei eine stimmige Atmosphäre für ein entspanntes Familienleben schaffen – ganzheitlich weitergetragen bis in die ebenfalls überarbeitete äußere Fassaden- und die Gartengestaltung. Unter dem Entwurfsmotto „ganzheitlich – nachhaltig – atmosphärisch“ wurde zunächst das über die Jahrzehnte verlorengegangene Potential des Hauses wieder freigelegt: Bauzeitliche Materialien, wie der alte Dielenboden, Deckenbalken und der ursprüngliche Terrazzo, wurden von den darüberliegenden Schichten und Einbauten befreit und anschließend so aufgearbeitet, dass der ursprüngliche Charakter des Hauses wieder sichtbar wurde. Neu ergänzt wird dieser durch einen Innenausbau, den ein Architekturbüro projektspezifisch entworfen und eine lokale Schreinerei ausgeführt hat, und der bewusst eine gemütliche Wohnatmosphäre schafft: Robuste Wandvertäfelungen, Einbauschränke, multifunktionale „Kletterschränke“ für die Kinderzimmer und eine in die Raumsituation eingepasste, maßgefertigte Küche bauen, – variiert in gedeckten, individuellen Farben – eine innige Verbindung mit den Räumen auf. Durch eine Grundrissänderung ließ sich auf der knappen Wohnfläche zugleich eine klare Zonierung umsetzen: Auf Diele mit Gäste-WC, Wohn- und Esszimmer mit offener Küche und Kaminofen folgen im 1. Obergeschoss Schlafzimmer mit Ankleide, Bad Ensuite und Gästezimmer. Die Kinderzimmer liegen auf der 2. Etage, wo sich auch noch Platz für ein kleines Homeoffice fand. Am Ende spiegelt der Umbau eine fröhliche, junge Familie wider, für die die facettenreiche räumliche Gesamtatmosphäre zählt.

www.studiovanputten.de

Fotos:

Lukas Palik
www.lukaspalik.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 03|23)

 

Innenarchitektur:

Angelika van Putten
www.studiovanputten.de

Fenster: 

Friedrich Fensterbau
www.ffb-dreis.de

Kamin: 

Hase
www.hase.de

Wandfarben: 

Farrow & Ball
www.farrow-ball.com
Little Greene
www.littlegreene.de

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