Bunt, lebhaft – und klar

Barrierefreies Plusenergiehaus für eine viergruppige Betriebskita mit spannenden Erfahrungsräumen

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Familie und Beruf zu vereinbaren, ist besonders für Klinikpersonal ein Spagat. Umso wichtiger ist eine verlässliche Kinderbetreuung, die sich flexibel an den Schichtdienst und das Arbeitsvolumen anpassen lässt. Mit der betriebsinternen Ganztageseinrichtung für 60 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren trägt das Klinikum Stuttgart zu familienfreundlichen Arbeitsbedingungen bei. Und steigert dabei die Attraktivität als Arbeitgeber. Zukünftig sind außerdem neue Personalwohnungen geplant. Mit seiner extensiven Dachbegrünung bettet sich der winkelförmige Neubau von Coast Office Architekten sanft in den Hang und setzt den angrenzenden bewachsenen Galgenberg direkt fort. Geothermie wird im Winter als Heizung und im Sommer zur Kühlung eingesetzt. Die zusätzlich installierte Photovoltaikanlage verhilft dem Kitagebäude zum Plusenergiestandard: Es wird mehr Energie gewonnen als verbraucht werden kann. Umhüllt ist das eingeschossige, barrierefreie Haus von einer spielerisch gestalteten Holzfassade, an der sich unmittelbar ablesen lässt, dass es im Inneren bunt und wild zugeht. Und das ganzjährig von morgens 5.45 Uhr bis abends 18 Uhr. Trotz ihrer Vielfalt und Farbigkeit sind die Innenräume vor allem klar und strukturiert angelegt. Während die Funktionsräume zum Hang hin angeordnet sind, orientieren sich die Gruppenräume der Kinder zum rund 500 m² großen Spielbereich im Freien. Neben der Matschschleuse mit Sauberlaufzone reihen sich mehrere Räume mit thematischen Schwerpunkten, in denen geforscht und experimentiert, die Sinne geschult, gebaut und in Rollen gespielt werden kann. Zentral integriert sind der Speisesaal und ein Mehrzweckraum. An den jeweiligen Enden des etwa 900 m² großen Gebäudes befinden sich den Gruppen zugeordnete Schlafräume. Vereint sind Funktions- und Aufenthaltsbereiche durch den Spielflur, der sich durch das Gebäude zieht und durch gezielte Verengungen und Aufweitungen Raum für Begegnung, Bewegung und Perspektivwechsel schafft. Hier finden sich das Elterncafé sowie kleine Lerninseln mit Tablets und Infoscreens zur pädagogischen Unterstützung. Kräftige Farben setzen visuelle Anker: Entweder als lilafarbene Einschnitte, die als geometrische Formen zu den Garderoben führen, oder als Polygone, die sich über Boden, Wand sowie Decke erstrecken und in leuchtendes Gelb, Pink, Orange, Blau, Rot oder Grün getaucht sind. Je nach Perspektive und Bewegungstempo des Betrachtenden verändern sich diese Farbinseln und formen sich zu einem individuellen Bild. Zudem dienen sie der räumlichen Orientierung. Als Raum im Raum markieren sie auch die Eingänge zu den Gruppenräumen. Hier wird mit einzelnen Akzenten in Teppichen, Textilien und Spielelementen das tonangebende Farbkonzept aufgenommen, das sich auch als dynamische Struktur in der Holzfassade zeigt.

www.coastoffice.de

Fotos:

David Franck
www.davidfranck.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 01|22)

 

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