Neues Zentrum für die Stadt
Hans-Scholl-Halle – neu gestaltetes Gemeinschaftszentrum der Studentenstadt Freimann
Die größte Studentenwohnanlage Deutschlands in Freimann trägt seit ihrer Entstehung in den 1960er- und 1970er-Jahren selbstbewusst den Namen „Studentenstadt“. Das Wohnheimquartier mit 2.500 Plätzen wurde damals von der renommierten Architektengemeinschaft Lang und Pogadl umgesetzt. Ernst Maria Lang war auch als politischer Karikaturist der Süddeutschen Zeitung bekannt, für die er jahrzehntelang wöchentliche Kommentare zum politischen Geschehen zeichnete.
Charakteristisch für die Anlage sind solitäre Baukörper und Cluster, die im Freiraum angeordnet sind, sowie eine Schnellbauweise aus Betonfertigteilen und sich wiederholenden Elementen, die typische Merkmale der damaligen Zeit widerspiegeln. Dieser Stil manifestierte sich auch beim parallel gestarteten Bauboom für die Olympischen Spiele 1972 und weiteren Wohnbau-Großprojekten. Das Ensemble besteht aus der in den 1960er-Jahren errichteten „Altstadt“ und der in den 1970er-Jahren erbauten „Neustadt“ mit doppelter Dichte. Letztere besticht durch vier markante Hochhausscheiben unterschiedlicher Höhe mit Farbakzenten an den Fassaden. Die gesamte Anlage wird sukzessive renoviert (die Modernisierungsarbeiten der Flachbauten von Muck Petzet haben wir in Ausgabe 02/22 vorgestellt). Die erst kürzlich abgeschlossene Sanierung des „Blauen Hauses“ – dem Andenken Sophie Scholls gewidmet – stieß in der Fachpresse auf große Zustimmung. Die Planung lag beim Büro bogevischs Büro in München, die Bauleitung beim Architekturbüro Christoph Maas. Zwischen dem Hochhaus der „Studentenstadt“ und dem „Blauen Haus“ befindet sich das neue Gemeinschaftszentrum der Studentenstadt, die Hans-Scholl-Halle, das als nächster Baustein der Sanierungsmaßnahmen anstand. Die Planung und Bauleitung übernahm ebenfalls das Architekturbüro Christoph Maas, wobei sich die Bauphase von März 2024 bis Mai 2025 erstreckte.
Inhaltlich umfassten die Leistungsphasen 1 bis 9 die Modernisierung der studentischen Gaststätte, der Gemeinschaftsräume, der Küche, der Sporthalle und der Umkleiden. Die „Hans-Scholl-Halle“ wurde damals als Gemeinschaftszentrum der „Neustadt“ konzipiert. Die umfassende Planung und die im Mai 2025 abgeschlossene Sanierung des Gebäudes beinhalteten den Ausbau der Turnhalle zu einer Versammlungsstätte, die Neugestaltung des von Studierenden betriebenen Gastronomiebetriebs „Tribühne“ inklusive einer voll ausgestatteten Gastronomieküche sowie eines Gastraums, der sich durch die neue, vollständig öffenbare Fassade mit dem Atriumshof verbinden lässt. Ergänzend entstanden ein Musikraum, ein Kraftraum und eine Werkstatt. Sanitäranlagen und Nebenräume wurden neu strukturiert und erweitert. Neben der Modernisierung, Neuordnung und Umgestaltung der Räume wurden die Haustechnik, die Elektroinstallation und der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht.
Fotos:
Anton Brandl
www.antonbrandl.de
(Erschienen in CUBE München 02|26)