Solitär in bester Nachbarschaft
Ein Mehrfamilienhaus passt sich in ein international bedeutendes Bauensemble ein
Es ist ein architektonisch spannendes Umfeld, in dem Schmahl und Gerigk Architekten ein Mehrfamilienhaus geplant und realisiert haben. Das Baugrundstück liegt im direkten Umfeld des von Henry van de Velde entworfenen Hohenhofs in der Gartenstadt Hohenhagen in Hagen. Neben Henry van de Velde prägten Architekten wie Peter Behrens und der holländische Architekt Jan Ludovicus Mathieu Lauweriks das Quartier mit ihren Entwürfen maßgeblich. Der Neubau der Hagener Architekten reagiert sensibel auf den örtlichen Kontext und ergänzt die bestehende Bebauung auf einem rund 1.000 m² großen, schmalen Grundstück als frei stehender Solitär zwischen zwei Bestandsbauten.
Aufgrund der Bedeutsamkeit des Standorts liegt ein städtebaulicher und denkmalpflegerischer Rahmenplan für die Entwicklung des baulichen Umfeldes des Hohenhofs vor. In den Bebauungsregeln sind unter anderem eine vordere Baufluchtlinie und eine hintere Baugrenze festgesetzt. Auch die Denkmalbehörde war in den Planungsprozess eingebunden, um sicherzustellen, dass sich die Architektensprache des Neubaus harmonisch in die Nachbarschaft mit den Denkmälern des Hagener Impulses einfügt. Diese Vorgabe ist gelungen: Das Mehrfamilienhaus präsentiert sich als selbstbewusster Bau mit eigenständiger Identität, der sich zugleich selbstverständlich in die Struktur des Hohenhofquartiers einfügt und das Ensemble sensibel ergänzt. Die Kubatur des Baukörpers orientiert sich an den Nachbargebäuden und vermittelt zwischen diesen. Die ruhige, flächig wirkende Fassade in hellem Klinker mit tongleicher Fuge unterstützt den skulpturalen Charakter des Gebäudes und fügt es somit angenehm unaufgeregt in das Ensemble ein. Zum harmonischen Gesamtbild trägt auch der bereits vorhandene Baumbestand bei, der weitestgehend erhalten bleiben konnte. „Typisch für die historische Siedlung sind eigentlich Einfamilienhäuser. Wir haben diese Struktur insofern unterbrochen, als wir ein Mehrfamilienhaus geplant haben, welches fünf familienfreundliche Wohneinheiten mit großzügigen Freisitzen beinhaltet“, erläutert Architekt Moritz Gerigk. Die raumsparenden, flurlosen Grundrisse bieten jeweils drei private Zimmer, einen großzügigen Koch-, Ess- und Wohnbereich, der um einen Freisitz erweitert wird, sowie ein Gäste-WC mit Dusche und ein Hauptbad mit Badewanne. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Wohneinheiten mit jeweils 111 m² und Privatgärten. Die beiden Wohnungen im Obergeschoss verfügen jeweils über 99 m² Wohnfläche und sind mit großen Terrassen ausgestattet, während das Penthouse im Dachgeschoss ist 95 m² groß ist und zwei Terrassen vorhält. Die Wohnungen sind mit Fußbodenheizung und Massivholzdielen ausgestattet. Die energetische Versorgung erfolgt über eine Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik. Für Fahrzeuge stehen Stellplätze bereit, die optional mit E-Lademöglichkeiten ausgestattet sind.
Fotos:
Moritz Gerigk
(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|26)