Miteinander wohnen

In diesem Mehrfamilienhaus stehen Begegnung und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

_DSF4927bads-8gelaend_15_700pixel

Früher stand hier am östlichen Stadteingang, direkt hinter dem Bahndurchlass, ein Gasthof. Nachdem er abgerissen worden war, nutzte man das Grundstück über einige Jahre hinweg lediglich als Parkplatz. Eine neue und überzeugende Identität erfuhr der Ort erst wieder mit dem Mehrfamilienhaus, das Bonasera Architekten ganz auf das gemeinsame Leben und Wohnen in zeitgemäßer Architektur mit vielfältigen Begegnungsflächen ausgerichtet haben.  

Allen Wohnungen steht der Blick über die Stadt und zum Schlossberg offen, denn das fünfgeschossige Mehrfamilienhaus orientiert sich nach Südwesten. Die weit ausladenden Balkone verschatten die großflächigen Glasfassaden und schützen im Sommer vor Überhitzung. Außenvorhänge spenden Schatten bei tief stehender Sonne und fungieren gleichzeitig als Sichtschutz. Eigene Sonnenschirme braucht daher niemand. Die Balkongeländer sind aus gelochten Faltblechen in Aluminium gefertigt. Sie helfen, die Privatsphäre zu wahren und gewährleisten dabei den Durchblick von innen nach außen. Das Schattenspiel und die Perleffekte bei entsprechendem Sonnenstand sind abwechslungsreiche Nebeneffekte des Lochmusters. Nach Norden und Osten sind die Fassaden eher geschlossen gehalten und zeigen sich zum Bahndamm und zur Straße als Lochfassade mit Einzelfenstern. Die einschaligen Mauerwerkswände wurden grob verputzt und dunkel gestrichen, um das Gebäude „zurückzunehmen“. Lediglich die glatten Putzfaschen um die Fenster sind weiß gestrichen. Sie wurden bewusst überzogen groß gewählt, um die spielerische und unregelmäßige Anordnung der Fenster zu unterstreichen.

Insgesamt sieben unterschiedlich große Wohnungen beherbergt das Mehrfamilienhaus. Wohnen, Essen und Kochen sind offen zueinander angeordnet – dieser Bereich ist in allen Geschossen komplett verglast. Die wellenartig gestalteten Balkone erzeugen Spannung an der Fassade und lassen unterschiedlich breite Zonen vor den Wohnräumen entstehen. Holz-Aluminium-Fenster und Eicheparkett sind fester Bestandteil der hochwertigen Ausstattung. Der Massivbau ist als Effizienzhaus 70 angelegt. Wärmepumpen mit vier Erdwärmesonden in bis zu 150 m Tiefe übernehmen die Wärmeversorgung. Durch die großflächigen Fußbodenheizungen wird im Sommer temperiertes Wasser geleitet, wodurch ein leichter Kühleffekt erreicht und tatsächlich spürbar wird. Eine großflächige Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 21 kWp auf dem Flachdach spart zusätzlich Primärenergie. Stahlbetongeschossdecken und Bimsmauerwerk in einer Dicke von 36,5 cm bieten genügend Speichermasse.

Über der Garage mit zehn Pkw-Stellplätzen entstand eine große Grünfläche, die allen Bewohnern zur Verfügung steht. Der Garten mit Obstbäumen und Beerensträuchern dient als gemeinsame Nutzfläche, die die Wohngemeinschaft stärkt. Seit Bezug des Gebäudes im Herbst 2019 wird das Miteinander intensiv gelebt. Gemeinsame Haus- und Gartenfeste finden das ganze Jahr über statt. Von Anfang an standen bei der Entscheidung zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses die Begegnung und das Gespräch miteinander als Idee im Vordergrund. Auf keinen Fall sollte es ein anonymes Mietshaus werden. So ist das Treppenhaus nicht nur als Notwendigkeit auf kleinstem Raum realisiert, sondern dient als Kommunikationsfläche mit viel Tageslicht und direkten Sichtbeziehungen über die einzelnen Geschosse hinweg. Bei der Materialwahl im Treppenhaus wurde auf authentische Oberflächen geachtet: heimischer Muschelkalk und eichefurnierte Türen. Sie schaffen eine besonders angenehme Atmosphäre, die schon beim Betreten des Hauses erlebbar ist.

www.bonasera.de

Fotos:

Dirk Wilhelmy
www.wilhelmy-fotografie.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 03|22)

Architekten:

Bonasera Architekten Nagold
www.bonasera.de

Aufzugsanlage:

Schmitt + Sohn Aufzüge
www.schmitt-aufzuege.de

Sanitärinstallationen:

Christian Günther
www.sanitaer-guenther.com

Heizungsinstallationen:

Gauß Heizung Bad Klima
www.gauss-gmbh.de

Elektro:

Elektro Helber
www.elektro-helber.de

Verglasung:

Erich Schillinger
www.schillinger-fenster.de

Aluminiumfassade:

Bulmer Metallbau
www.bulmer.de

Kunststofffenster:

Haug + Schöttle
www.haug-schoettle.de

Zimmerei:

Holzbau Harr
www.messebau-harr.de

Dachabdichtung:

Walter Bedachungen
www.dachdecker-walter.de

Klempner:

Fritz Henne
www.henne-bauflaschnerei.info

Innenputz:

Gottfried Mack
Stuckateurfachbetrieb
www.gottfried-mack.de

Trockenbau:

iBau Projektmanagement
www.ibau-projekte.de

Estrich:

Ares Estrichteam
www.ares-estrichteam.de

Natursteinarbeiten:

Schweizer Naturstein
www.schweizer-naturstein.de

Maler und Lackierer:

Schöpflin & Schühle
www.schuehle-ausbau.de

Parkett- und Bodenbelags­arbeiten, Außenvorhänge:

Ehniss
www.ehniss.de

Schreiner, Einbaumöbel:

Schreinerei Finkbeiner
www.finkbeiner-schreinerei.de

Innentüren:

Schreinerei Bucher
www.schreinerei-bucher.com

Garten- und Landschaftsbau:

R+E Hiller Garten- und Landschaftsbau
www.hiller-galabau.de

Balkon- und Terrassenbeläge:

Jan Gaspar
www.gaspargmbh.de

Kaminofen:

Ofen Weiß
www.ofenweiss.de

Nothing found.

Gelungene Überführung

Der Umbau eines ehemaligen Wochenendhauses begeistert die Bauherrin

Individualität im System

Grundschule verbindet Planungs- und Fertigungseffizienz mit zeitgemäßer Gestaltung

Harmonie mit Liebe zum Detail

Farbkonzepte und Kunstobjekte für ansprechende Praxisräume in Moabit

Wohnraum durch Wandel

Verblüffende Metamorphose – vom „Diskreten Haus“ zum mehrgeschossigen Wohnhaus

Nothing found.

Baurmann-Duerr-WH-S-Durlach-Swen-Carlin-063-DIN-A3-8bit-srgb_15_700pixel

Aus klein wird fein

Umgebautes und erweitertes Wohnhaus aus den 1960er-Jahren am Hang spielt sein Potenzial aus

Ku-che-Essen-_15_700pixel

Wertgeschätzt

Revitalisierung eines Bestandsgebäudes, dessen Struktur weitgehend erhalten wurde

FREY_HAUS_RF_20_15_700pixel

Mit neuem Leben erfüllt

Umbau eines lange leer gestandenen Dreifamilienhauses für zwei Familien

HausBWeb_0025a_15_700pixel

Klassisch modern

Skulpturales Einfamilienhaus mit separaten Bereichen für Eltern und Kinder

LATZ FÜR KLEINE ENTDECKER

Platz für kleine Entdecker

Harmonische Erweiterung einer Kindertagesstätte

Kein Schmarrn!

Das neue „Brunner“ im wunderschön renovierten historischen Haus

Neu im Ensemble

Rathaus mit Vorplatz fungiert als Gelenk und verbindet die einzelnen Ortsstrukturen

studiocrossscale_jugendstil_wohnzimmer_15_700pixel

Spannungsbogen

Sanierte Jugendstilwohnung verbindet historische und moderne Elemente zu einer neuen Raumqualität