Kleines Wohlfühlparadies

Wünsche auf kleinstem Raum zu verwirklichen, erfordert viel Kreativität

In einer Wohngegend in Oberhausen mit überwiegend freistehenden Ein- bis Zweifamilienhäusern befindet sich ein Wohnhaus mit zwei Einheiten, dessen Garten von Paus Gartendesign von Grund auf neu gestaltet wurde. Die Eigentümer, ein junges Paar, das im Erdgeschoss wohnt, wollten den Garten, der nur aus einer alten Natursteinterrasse, einem Rasen und einem kleinen Beet direkt an der Terrasse bestand, von Grund auf neu gestalten lassen. Ziemlich verloren wirkte auch ein Whirlpool, der einsam auf der Wiese stand, wie sich Daniel Paus an die erste Besichtigung des nur 90 m² großen Gartens erinnert. Der Wunsch nach einem modernen und aufgeräumten Außenraum war nur zu verständlich.

Es ist bisher der kleinste Garten, den der Landschaftsarchitekt aus Hünxe gestaltet hat. „Eigentlich ist es eher ein Gartenzimmer“, beschreibt Daniel Paus das Ergebnis. Direkt aus dem Wohn- und Essbereich kann die großzügige, teilüberdachte Keramikterrasse betreten werden. Der neue Belag in dezenter Betonoptik ist der Fliese im Innenraum ähnlich, so dass der Eindruck der Erweiterung des Wohnraum noch verstärkt wird. Selbst praktische Aspekte wurden dabei berücksichtigt: Die hart gebrannte Oberfläche ist schmutzunempfindlich und die Fugen sind mit einem Fugenmörtel auf Kunstharzbasis verfugt, der Unkraut keinen Nährboden bietet. Über Trittplatten, die den Anschein erwecken, im Thymian zu versinken, gelangt man auf die höher gelegene Sonnenterrasse, in die der Whirlpool nun harmonisch eingebunden ist. Die beiden Gartenbereiche werden von einer Sitzmauer aus Betonelementen miteinander verbunden, die gleichzeitig dem Hochbeet als Stützkante dienen. Eine Besonderheit des Projektes bildet der Mittelteil des Gartens, der von der Mietpartei im Obergeschoss genutzt wird und nicht in die Umgestaltung eingebunden wurde. Gleich dahinter beginnt wieder eine Gartenfläche der Eigentümer:innen, die ebenfalls unberührt blieb, jedoch zum weiten Blick ins Grüne beiträgt. Ein maßangefertigter Rombuszaun dient als Sichtschutz zum gemeinschaftlich genutzten Hof des Hauses. Bei der kompletten Erneuerung des Gartens wurde darauf geachtet, das weiterzuverwendende Material behutsam zu entfernen, um dieses später anderweitig zu nutzen. Der wilde Wein, der an der Garage wuchs, wurde von einem findigen Hobbygärtner abtransportiert und wieder eingepflanzt. Im Zentrum des Pflanzkonzepts steht die Felsenbirne, die im Frühjahr komplett weiß blüht, im Mai schöne rote Beeren bekommt und im Herbst eine intensive rote Herbstfärbung zeigt. Ebenso wie der Korkspindelstrauch, der kräftig rot leuchtet und das restliche Jahr mit seiner korkigen Rinde begeistert. Ein weiteres Highlight im Spätsommer sind die Anemonen. Die solitären Gehölze sowie die Holzwand und die Schattenfuge des Podests können illuminiert werden, so dass der Blick in den Garten auch in der Dämmerung oder bei Dunkelheit attraktiv ist.

www.paus-gartendesign.de

Fotos:

Daniel Paus

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|24)

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