Erhalten und erhellen

Kleinteilig strukturiertes Internatsgebäude von 1975 wird zum modernen Beratungs- und Lernort

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Ganz oben auf der Wunschliste des Bauherrn, Vermögen und Bau Baden-Württemberg – Amt Heilbronn, stand, die Bausubstanz aus den 1970er-Jahren zu erhalten. Die Bauaufgabe lautete: Umbau des ehemaligen sonderpädagogischen Schul- und Internatsgebäudes für Kinder und Jugendliche mit Hör- und Sprachbehinderungen zu einem Beratungszentrum mit Diagnostik und Kompetenzvermittlung. Ziel der Baumaßnahme war es, Raum für ein größeres Bildungs- und Beratungsangebot zugunsten einer erhöhten Inklusion zu schaffen. Hierfür wurden Räume für Büros, Besprechungen und Unterricht benötigt. Bautechnisch ist der umfassend sanierte Altbau heute eines der modernsten sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit dem Förderschwerpunkt Hören und Sprache in Deutschland.

Herzog Architekten, die im Rahmen eines beschränkten Auswahlverfahrens beauftragt wurden, konnten durch Abbruch von Trennwänden und Zusammenlegen von Räumen großzügige und flexible Unterrichtsräume schaffen. Auch helle und offene Aufenthaltsbereiche mit Teeküche entstanden auf diese Weise. Durch die neue Raumordnung wurden auch das Fensterraster und die Fassade entsprechend neu gegliedert. Alle bestehenden Bauteile mussten sowohl an die aktuellen Vorgaben des Brandschutzes als auch akustisch an die neue Nutzung angepasst werden. So wurden in Decken, Wände und Einbauschränke akustisch wirksame Elemente eingebracht. Als besonders herausfordernd erwies es sich, die Lüftungstechnik in die engen Decken­bereiche zu integrieren. Auch die bestehende „Kunst am Bau“ sollte unverändert erhalten werden. Sie wurde formal in die neue Atmosphäre eingebunden. Das Gebäude selbst ist auf dem Campusareal mit seiner neuen Außengestaltung eingebunden und ordnet sich dem zentralen Gebäude mit dem Haupteingang bezüglich seiner Eingangssituation unter.

www.herzog-architekten.de

Fotos:

Oliver Rieger
www.oliverrieger.com

(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|22)

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