Zwei Häuser in einem Haus

Raffinierte Verschachtelung gewährleistet Wohnqualität und Privatsphäre

FHP-0993_MS_Kopie_700pixel

Eine private Bauherrin wünschte sich von Sieckmann Walther Architekten ein Haus im Hamburger Westen, in dem sie selbst wohnen, aber auch eine zweite, kleinere „Einliegerwohnung“ integrieren wollte – unter weitestgehender Wahrung der Privatsphäre beider Parteien. Die größte Herausforderung war, diese Anforderung zu erfüllen, ohne Kompromisse hinsichtlich der räumlichen Qualität, der Ausrichtung und der Nutzung der beiden Wohneinheiten machen zu müssen.

Das gelang durch eine ausgeklügelte Verschachtelung beider Wohnungen innerhalb des kubistischen Baukörpers, der mit einem Wasserstrichziegel in hellen Grautönen bekleidet ist. Jede Einheit ist als klassische Maisonette über mehrere Geschosse gestaltet, ist also quasi ein eigenes Haus mit innen liegender Treppe bzw. Fahrstuhl. Beide Maisonettes sind trotz unterschiedlicher Größe und Gewichtung individuell geplant mit klaren, gut strukturierten Grundrissen und offenen, fließenden Räumen. Durch die spezifische Anordnung und Ausrichtung, sowohl im Haus als auch auf dem Grundstück, werden Wohnqualität und Privatsphäre gewährleistet. Der Zugang zur größeren „Hauptwohnung“ liegt rechts im Gebäude, die Pivottür – eine schwingende Tür, die entlang einer vertikalen Achse auf einer Spindel rotiert – vermittelt räumliche Großzügigkeit. Die kleinere Einliegerwohnung betritt man auf der linken Seite, sie hat hier ihren Eingangsbereich mit Treppe, Fahrstuhl und Garderobe. Somit ist die Zuwegung klar getrennt. Das Erdgeschoss gehört nahezu ganz zur größeren Wohnung der Bauherrin, auch der Garten ist eindeutig diesem Bereich zugeordnet. Die klare Aufteilung wird durch die langgestreckte Betonwand unterstützt. Der Wohn-, Ess- und Kochbereich erstreckt sich fast über das gesamte Erdgeschoss. Eine sanfte Höhenstaffelung und lamellenartige Elemente zonieren die weitläufige Fläche ohne das fließende Raumkontinuum zu stören. Durch große, deckenhohe Verglasungen ergeben sich vielfältige Ausblicke auf Terrasse und Garten.

Das mittlere Geschoss ist geteilt und beinhaltet die Schlafzimmer und Bäder beider Wohnungen, wobei sich die Zimmer der Hauptwohnung wieder zum Garten orientieren und die der Einliegerwohnung zum Grün der angrenzenden Grundstücke. Im gesamten Staffelgeschoss erstreckt sich der offene Wohn-, Ess- und Kochbereich der Einliegerwohnung zwischen zwei Dachterrassen. Der Clou ist die fast mittige Anordnung der innen liegenden Treppe der Hauptwohnung über alle Geschosse hinweg. Das Oberlicht im Dach bringt Tageslicht bis ins Erdgeschoss. Zusätzlich fungiert der Lichtschacht als raumbildendes Element im obersten Geschoss.

www.sieckmannwalther.de

Wohnfläche: 400 Quadratmeter
Grundstücksgröße: 1.160 Quadratmeter
Bauzeit: 01/2020 bis 04/2021
Bauweise: Massivbau
Energiekonzept: Effizienzhaus 40

Fotos:

Frederike Heim
www.frederikeheim.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 01|23)

Architektur:

Sieckmann Walther Architekten
www.sieckmannwalther.de

Dachdeckerei:

Hagmans
wwww.hagmans-gmbh.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

Aqua-Heat Gumbrich
www.aqua-heat.de

Tischlerei (Einbaumöbel, Küche und Treppe):

Bau- und Möbeltischlerei Stephan Haake
www.tischler-haake.de

Parkett:

Marco Franke
www.marcofranke.net

Fliesenarbeiten:

Jürgen Hoffmann
www.fliesenhoffmann.de

Glaserarbeiten:

Glaszentrum Nord
www.glaszentrum-nord.de

Malerarbeiten:

Tobias Gerdtz Malerbetrieb
www.malerbetrieb-gerdtz.de

Fenster:

Fresand
www.fresand.de

Türen, Treppe:

Kreitz & Hansen
www.kreitz-hansen.de

Kaminbau:

Plewka, Kachelofen und Kaminbau
www.kaminbauplewka.de

Estrich:

Noack
www.noack-bodenausstatter.de

Trockenbau:

Hamburger Systembau
www.hh-systembau.de

Elektro:

Elektro Schmelzer
www.elektro-schmelzer.com

Fenster:

Batimet
www.batimet.de

Klinker:

Petersen Tegl
www.petersen-tegl.dk

Nothing found.

Solitär in bester Nachbarschaft

Ein Mehrfamilienhaus passt sich in ein international bedeutendes Bauensemble ein

Neues Zentrum für die Stadt

Hans-Scholl-Halle – neu gestaltetes Gemeinschaftszentrum der Studentenstadt Freimann

Camouflage

Ein scheinbarer Massivbau entpuppt sich als ökologisch durchdachtes Holzhaus

Housing First Düsseldorf

Obdachlose Menschen bekommen ohne Vorbedingungen ein neues Zuhause

Nothing found.

Klar gefasste Einheit

Der Erweiterungsbau führt das bestehende Schulensemble räumlich und funktional weiter

Eine besondere Vision

Im Kakaospeicher der Speicherstadt entstand eine Pâtisserie​ mit edlem Industrial Look

Palmenwald am Gänsemarkt

Das neue Deutschlandhaus transformiert das Hamburger Kontorhaus in die Zukunft

Schiffe und Strand

Ein maßgeschneidertes und zukunftsfähiges Zuhause für drei Generationen

Haus und Düne im Einklang

Ein Gesundheitsresort auf Sylt fügt sich eindrucksvoll in die Landschaft ein

1806271310_6279_44_700pixel

Marsch statt Mittelmeer

Die Architekten haben mit den beiden würfelförmigen Haushälften auch zwei Gegenpole für die Nutzung geschaffen, die sowohl dem Bedürfnis nach Ruhe…

Naturpapierleuchte-roll-ins-gruene-bernd-goertz-design_03_15_700pixelAy4Hd9GPh9bvK

Eine besondere Leuchte

Vom Guerilla Gardening zum Guerilla Lighting

wbs_baid_martinhaag_01_10_700pixel

Fassade gerettet

Intelligente Nachverdichtung bewahrt Stadtbild und schafft neuen Wohnraum