Vermittelnder Solitär

Der Neubau des Landesrechnungshofes in Oberbilk überzeugt auch durch Nachhaltigkeit

Über Jahrzehnte war der Landesrechnungshof NRW an zwei Standorten im Düsseldorfer Zentrum angesiedelt. Seit letztem Jahr befindet sich die Landesverwaltung zusammen mit dem staatlichen Rechnungsprüfungsamt Düsseldorf in einem Neubau an der Werdener Straße am zentralen Standort. Im Auftrag des BLB NRW hat das Architekturbüro heinlewischer einen prägnanten Solitär geschaffen, der nachhaltige Bauweise mit einer modernen Arbeitswelt verbindet.

In direkter Nachbarschaft zum Landgerichtsgebäude setzt der Neubau städtebauliche Maßstäbe für die weitere Entwicklung der Umgebung und stärkt das sich wandelnde Quartier. Mit der schmal ausgebildeten, sechsgeschossigen Stirnseite entsteht zur Werdener Straße eine architektonische Marke, die in den weitläufigen urbanen Kontext ausstrahlt. Auf der südlichen Gegenseite öffnet sich der Neubau zu einem neu angelegten öffentlichen Park, wobei die niedrig gehaltene zweigeschossige Fassade Maßstäblichkeit und Bürgernähe vermittelt. Der Zugang erfolgt über einen offen gestalteten Vorplatz. Diese „Plaza“ fungiert als Scharnier zwischen einer neu angelegten Zugangsstraße und dem Park. Die Fassade des Gebäudes erzielt durch ihre vertikale Struktur eine starke Fernwirkung. Senkrechte Lisenen bilden dabei einen rhythmisch um das Gebäude geführten Verlauf. Jeweils im Erdgeschoss, im ersten, dritten und fünften Stock gliedern horizontale Geschossbänder den Baukörper. Dadurch werden jeweils zwei Obergeschosse optisch miteinander verbunden, wodurch der Baukörper gestreckt wirkt und seine städtebauliche Wirkung unterstrichen wird.

Herzstück des Neubaus ist das trapezförmige Atrium, das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss räumlich miteinander verbindet und so Blickbeziehungen bis in die oberen Etagen ermöglicht. Als zentrales Kommunikationsforum erschließt es zugleich die wichtigsten Funk­tionen des Hauses. Ein dreiteiliger, bedruckter Wandteppich der Künstlerin Astrid Klein setzt einen markanten gestalterischen Akzent – in tiefem Blau, mit Zitaten von Heinrich Heine und Rose Ausländer sowie skulptural integrierten LED-Elementen. Die Büroetagen sind bewusst transparent und offen gehalten und auf Flexibilität und Kommunikation ausgerichtet. Alle 289 Arbeitsplätze verteilen sich auf Einzel- und Teambüros, viele davon sind als Desk-Switching-Arbeitsplätze flexibel von den Mitarbeitenden buchbar. Zusätzlich gruppieren sich auf allen vier Regelgeschossen sogenannte „Homezones“ als zentrale Anlaufstellen für jedes Prüfgebiet sowie weitere Kommunikationsflächen. Der Neubau erfüllt die Anforderungen einer Silber-Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB). Mit CO₂-reduziertem Beton, materialsparenden Hohlkörperdecken und einer Dachbegrünung mit darauf installierter Photovoltaikanlage setzt das Gebäude ein klares Zeichen für klimagerechtes Bauen mit einem reduzierten CO₂-Fußabdruck.

www.heinlewischer.de

Fotos:
Patrick Musialek / heinlewischer

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 01|26)

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