Subtile Hochwertigkeit
Transformation mit internationalem Anspruch im denkmalgeschützten Altbau
Eine zentral gelegene Altbauwohnung in einem denkmalgeschützten Gebäude der Berliner Innenstadt sollte für ihre in London lebenden Eigentümer zu einer Zweit- und Gästewohnung umgebaut werden. Das Ziel war, auf rund 250 m² einen persönlichen Raum im internationalen Kontext zu schaffen, der Ruhe, Schlichtheit und Natürlichkeit ausstrahlt. Das Objekt dient als Zweitwohnung für längere Aufenthalte mit zusätzlichem Gästebereich – hieraus ergab sich für die Designer die Aufgabe, eine schlüsselfertige, unkomplizierte Gesamtlösung mit größtmöglichem Komfort zu entwickeln. Die bewährten Strukturen der klassischen Berliner Altbauwohnung blieben dabei funktional erhalten.
Die innovative Küche ist im Wohn- und Essbereich integriert und lässt sich mithilfe eines Pocketdoor-Systems bei Bedarf nahezu vollständig verbergen, um eine visuell ruhigere Situation zu schaffen. Ästhetisch dominieren im gesamten Objekt zurückhaltende und warme Töne, während natürliche Materialien wie Holz, Leinen und Naturstein einen zeitlosen Komfort verleihen. Im Zuge der Sanierung wurden neue Eichenparkettböden verlegt, eine Bibliothek integriert und ein begehbarer Kleiderschrank entwickelt, der durch ein ausklappbares Murphy-Bett auch als Gästezimmer fungiert.
Eine besondere Herausforderung war die überaus anspruchsvolle Baulogistik: Unter anderem musste die Anlieferung großer Möbel koordiniert, nachbarschaftliche Interessen gewährleistet und vorhandene Bestandsmängel behoben werden. Mitgebrachte Vintage-Stücke der Besitzer – u. a. Wegners Flag Halyard Chair und mehrere Bellini Cab-Stühle – ergänzten die Designer durch sorgfältig ausgewählte Objekte; das Sofa im Wohnzimmer stammt aus der eigenen Kollektion. Das Parkett aus einer Manufaktur in Bayern wurde bei der Herstellung veredelt, wodurch eine sehr besondere, taktile Oberfläche entstand. Die Bäder wurden nachhaltig aufgewertet, teils nur durch einzelne Eingriffe mit Naturstein.
Das Projekt fußt auf einem durchgängigen Materialkonzept. Somit finden sich in allen Bereichen ähnliche Stilmittel und Materialien wieder: Die öffentlicheren Zonen zeigen neutrale Warmtöne, die mit Naturmaterialien kontrastiert werden. Im privaten Bereich sind großflächige und nahezu unbehandelte Holzoberflächen zum Einsatz gekommen. Insgesamt entstand eine langlebige Aufenthaltsqualität in unaufdringlicher Sprache, die Hochwertigkeit vermittelt und auch noch in vielen Jahren funktional und ästhetisch aktuell sein wird. Von Planung bis Fertigstellung vergingen etwa neun Monate; dank einer realistischen Bauzeitenplanung konnte das Projekt termingerecht übergeben werden.
Fotos:
Max Iwert
maxiwert.myportfolio.com
(Erschienen in CUBE Berlin 02|26)
