Urbaner Auftakt mit Vielfalt

Das Ensemble „SechtM“ setzt den Grundstein für das neue Quartier Parkstadt Süd

Die Parkstadt Süd zählt mit einer Gesamtfläche von über 115 Hektar zu Deutschlands größten innerstädtischen Entwicklungsgebieten. Zwischen Luxemburger Straße und dem Rheinufer entsteht hier ein neues urbanes Quartier von hoher städtischer Dichte. Den sichtbar ersten großen baulichen Auftakt bildet dazu das Ensemble mit einem markanten Hochpunkt, das einen kompletten Block an der Sechtemer Straße unweit der früheren Großmarkthalle ausbildet. Das Projekt „SechtM“, das im Auftrag der GAG Immobilien AG von Professor Christian Heuchel und seinem Kölner Architekturbüro urbanlust (ehemals O&O Baukunst) entworfen wurde, verbindet die Vielfalt unterschiedlicher Wohnformen mit Gewerbe um einen zentralen, begrünten Innenhof.

Um die Sichtbarkeit und die Adressbildung zu stärken, wurde das Pilotprojekt „SechtM“ direkt an der Bonner Straße realisiert. Die vertikale Landmarke des 15-geschossigen Hochhauses, die mit ihren abgerundeten Balkons plastische Akzente bekommen hat, fügt sich harmonisch in eine Ensemble-Anordnung ein, bei der drei weitere Häuser einen gemeinschaftlichen Innenhof flankieren. Die unterschiedlichen Gebäudehöhen und -breiten sowie eine differenzierte Farbgestaltung sorgen dafür, dass keine homogene Blockrandwirkung entsteht, sondern das Ensemble formal vielfältig durchgestaltet erscheint. An den Fassaden und auch in den öffentlichen Innenräumen kommt das quartiersübergreifende Farbkonzept der Kölner Künstlerin Kirsten Lampert erstmals zur Anwendung: Die bewusst gedämpften, mineralischen Töne sind von römisch-antiken Öllampen inspiriert, die bei Ausgrabungen in der Stadt gesichert wurden und sich heute im Römisch-Germanischen Museum befinden. Basierend auf diesen archäologischen Funden definierte die Künstlerin vier Farbtöne, die in Kooperation mit den Architekten sowie einem Klinker- und einem Putzhersteller für die Gestaltung eingesetzt werden: „Kölnisch Grün“, „Hanseblau“, „Rheinkiesel“ und „Altes Rot“ werden für die niedrigeren Baukörper genutzt, während gedecktes „Domgold“ das Hochhaus und den verbindenden Sockel kennzeichnet. Diese „Kölsche Farbfamilie“ verleiht dem Projekt „SechtM“ – wie in Zukunft auch dem gesamten wachsenden Quartier – eine unverwechselbare, fast mediterran anmutende Farbidentität. Im Inneren bietet sich Mieter:innen die Vielfalt eines modernen, urbanen Quartiers: Insgesamt entstanden 211 barrierefreie Wohnungen und Appartements, darunter rollstuhlgerechte Einheiten. Davon sind 74 öffentlich gefördert. Neben 45 Studierendenwohnungen gibt es weitere Ein- bis Dreizimmerwohnungen sowie mehrere Vierzimmerwohnungen für Familien. Dazu kommen Gewerbeflächen für Einzelhandel, Nahversorgung und Gastronomie, die sich in der Sockelzone des Gebäudes befinden. Die Bewohner:innen genießen so die Vorzüge einer „Stadt der kurzen Wege“. Dadurch aktiviert das Ensemble Publikumsverkehr und belebt das Quartier zugleich. Im gemeinschaftlich genutzten Innenhof laden ein Kinderspielplatz und Bauminseln zum Verweilen ein. Die Dachflächen sind mit Photovoltaikanlagen und einer extensiven Dachbegrünung ausgestattet. Für nachhaltige urbane Mobilität sorgen in der Tiefgarage E-Ladestationen und Fahrradstellplätze.

www.urbanlust.de
www.gag-koeln.de

Fotos:
Jens Willebrand
www.willebrand.com

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 02|26)

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