Maßgeschneidert
Wie ein Mehrfamilienhaus zum Einfamilienhaus wurde
Eine dreiköpfige Familie hatte in Niedersachsen ein kleines Mehrfamilienwohnhaus aus den 1950er-Jahren erworben und beauftragte das Büro Seysta Seyfarth Stahlhut BDA, es nach ihren Wünschen zu sanieren und umzugestalten. Zusätzlich zum Raumprogramm für die Familie sollten noch ein Gäste- und ein Arbeitszimmer eingeplant werden. Die frühere schlichte Fassade ließ das Gebäude sehr hoch und massiv wirken. Durch das wohlüberlegte Zusammenlegen, Schließen und Öffnen der bestehenden Fenster wurde das Erscheinungsbild vollständig verändert. Helle Faschen um die neuen Öffnungen akzentuieren die dunkelgraue Fassade zusätzlich und schaffen ein modernes Erscheinungsbild.
Zentrale Entwurfsidee war, das Mehrfamilienhaus in ein Einfamilienhaus mit geschossweise organisierter Nutzung zu transformieren. So verteilen sich die verschiedenen Bereiche über die Etagen und erschaffen so ein räumliches Gefüge, das Gemeinschaft ebenso ermöglicht wie individuelle Rückzugsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurden die ehemals kleinteiligen Räume zum Durchwohnen geöffnet. Im Erdgeschoss entsteht durch den offenen Grundriss ein großzügiger Küchen-, Ess- und Wohnbereich als Herzstück des Hauses. Im Obergeschoss befinden sich das Kinderzimmer sowie die Gästeeinheit. Das Dachgeschoss wurde bis unter die Dachfläche geöffnet. Ein Schlafzimmer mit offenem Badezimmer sowie eine Außensauna auf der kleinen Dachterrasse schaffen einen Wellnessbereich. Das zuvor enge Treppenhaus wurde über alle Etagen hinweg geöffnet, sodass nun eine Blickbeziehung bis in das Dachgeschoss möglich ist. Mit einer Wärmepumpe und PV-Anlage ist das Haus weitestgehend energetisch autark, das Bestandsgebäude wurde weitgehend erhalten.
Fotos:
Christian Burmester
www.christianburmester.com
(Erschienen in CUBE Hamgurg 02|26)