Stadt weitergebaut

Neues Ensemble an der EZB schafft mehr Wohnraum als ursprünglich vorgesehen

02_SFA_Sonnemannstrasse_LisaFarkas_210926_02_15_700pixel

Seit Anfang der 2000er-Jahre erlebt das Ostend einen tiefgreifenden Wandel. Sichtbarster Ausdruck dieses Prozesses: Die Doppeltürme der Europäischen Zentralbank (EZB), die die ehemalige Großmarkthalle von Martin Elsässer integrieren. Direkt gegenüber dem Haupteingang zur EZB setzt ein Wohnbauprojekt von Stefan Forster Architekten den Wandel fort.

Das Gebäudeensemble besteht aus einer Gruppe von vier Stadthäusern – davon zwei Bauten aus der Gründerzeit, die aufwendig saniert wurden und zu beiden Seiten von je einem Neubau flankiert werden. Dem Entwurf der Architekten lag der Gedanke der europäischen Stadt mit parzellierten, immer etwas anders gestalteten und zugleich identifizierbaren Einzelhäusern zugrunde. So übernehmen die Neubauten etwa die Traufhöhe der Altbauten und das Motiv des Mittelgiebels.

Mit dieser Bauaufgabe knüpfte das Frankfurter Architekturbüro an zwei weitere, früher realisierte Wohnhäuser an der Nord- bzw. Westseite desselben Straßenblocks an. Das auf dem Gelände einer ehemaligen Kfz-Werkstatt errichtete Wohnhaus Windeckstraße schließt dabei mit seinen markant-verklinkerten Loggien und Balkonen unmittelbar an das neue Eckhaus an, dem durch seine exponierte Lage eine besondere Bedeutung zukommt. Mit seiner Materialität, den Sprossenfenstern und der profilierten Fassade bezieht sich der rötlich-braune Klinkerbau auf die 1928 errichtetete Großmarkthalle von Martin Elsässer, die mit ihrer Verbindung aus Expressionismus und neuer Sachlichkeit zu den wichtigsten Monumentalbauten der klassischen Moderne in Frankfurt zählt. Insbesondere die gläsernen, mit Gesimsen gegliederten Erker sind als Referenz an die Gestaltung der Treppenhäuser an den Kopfbauten der Großmarkthalle zu verstehen. „Das Wohnprojekt Sonnemannstraße zählt zu den wenigen Projekten im Ostend, die im tradierten städtebaulichen Maßstab Bezüge zu unterschiedlichen Phasen der Stadtgeschichte aufweisen: vom Historismus bis zur klassischen Moderne, von der Gründerzeit bis zur Gegenwart“, erläutert Stefan Forster.

Mit dem Vierer-Ensemble sind auch 35 hochwertige Eigentumswohnungen und ein Café an der Ecke entstanden. Dabei sah die Stadtplanung nicht immer vor, dass auf dem Eckgrundstück Wohnraum entstehen sollte, auch wenn sich links der Altbauten eine Brache befand und rechts von ihnen ein nur zweigeschossiges Gebäude. Laut Fluchtlinienplan der 1960er-Jahre sollte das Eckgrundstück an Windeck- und Sonnemannstraße ursprünglich eine Straßenverbreiterung ermöglichen. Erst als der Projektentwickler „Quartier East“ eine aufwendige Sanierung der unbewohnten und abbruchreifen Altbauten in Aussicht stellte, wurden die Pläne geändert.

www.sfa.de

Fotos:

Lisa Farkas
www.lisafarkas.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|21)

Nothing found.

WENIGER IST MEHR

Im „Club Zukunft Düsseldorf“ auf dem EUREF-Campus wird die klimaneutrale Stadt gestaltet

Wohnen im Komponistenviertel

Junges Wohnquartier in alter Nachbarschaft in Weissensee

Lichtdurchflutete Arbeitswelt

Hocheffizientes Bürogebäude in der Maxvorstadt

Gelungene Überführung

Der Umbau eines ehemaligen Wochenendhauses begeistert die Bauherrin

Nothing found.

dzpa_Erich-Ka-stner-Schule_Darmstadt_Kranichstein_Ansicht-Ost_15_700pixel

Eingeschossig und durchgrünt

Darmstadts größte Grundschule hat einen einladenden Erweiterungsbau erhalten

DSC05716-Bearbeitet-3_15_700pixel

Südländisches Flair

Kita-Neubau mit hochwertig gestalteter Fassade leuchtet seinen Besuchern freundlich entgegen

K1600_20200529_078_PBP-Architekten-C-DUCKEK-Hafenparkquartier-Herr-Pastuschka__G9A4932_19_700pixel

Differenziert & einheitlich

Ziel war es, individuelle Wohnhäuser in einer Fassadensprache zu entwickeln. Der Wechsel der Fassadenmaterialien arbeitet dabei die einzelnen…

13_R5_4356_V_15_700pixel

Dörfliche Dimensionen

Kindergarten-Neubau fügt sich trotz seiner Größe in die umgebende Struktur

20180427_Shaw_Vogt50_069-2_15_700pixel0GiaEc9pULFsR

Weniger ist mehr

Eine Büroatmosphäre, die durch essenzielle Organisation, weiße Oberflächen und sichtbares Tragwerk geprägt ist.

DAW_NetWork_Raum3-2_15_700pixel

Inspirierende Wirkung

Meetingräume ermöglichen neue Wege der Zusammenarbeit

Davide-Malberti_CEO_color_10_700pixel

Innovativ, modern und nachhaltig

CUBE im Gespräch mit Rimadesio über italienisches Design und ökologische Verantwortung

kristoflemp_211027_0129_PS_15_700pixel

Schnörkellos

Großzügiges und modernes Zweifamilienhaus trotz schmalem Grundstück