Rückzug ins Private

Umbau, Neustrukturierung und Schaffung eines Refugiums innerhalb einer großen Altbauwohnung

Das Schicksal vieler großer Wohnungen ist: Die Kinder sind aus dem Haus und für die Eltern beginnt der dritte Lebensabschnitt auf viel zu großer Fläche. Der Seitenflügel der 220 m² großen Altbauwohnung in Schöneberg, der bislang drei Kinderzimmer und zwei Bäder beherbergte, sollte komplett entkernt und saniert werden. Für die Neuorganisation der 52 m² großen Fläche wurde das Innenarchitekturbüro von Elisabeth Müller beauftragt. Das Ehepaar, das im vorderen „offiziellen“ Teil weiterhin ein reges gesellschaftliches und familiäres Leben pflegt, wünschte sich im Seitenflügel einen ganz privaten Rückzugsbereich. Das vorgegebene  Raumprogramm beinhaltete im Wesentlichen einen Schlafbereich mit hoher Wohnqualität, ein komfortables Badezimmer inklusive  einer kleinen Sauna, einen großzügigen Storagebereich mit raumhohen Schrankflächen, in den auch ein Hauswirtschaftsbereich integriert werden sollte und speziell für die Bauherrin einen kleinen Bibliotheksbereich. Die bestehende kleine Abstellkammer und der zweite Fluchtweg ins Seitenflügel-Treppenhaus sollten erhalten bleiben. Neben der Umsetzung des komplexen Anforderungsprofils gehörte zu der Umbaumaßnahme eine komplette haustechnische Sanierung – Elektro, Sanitär und Heizung – wie auch neue Holzfenster, Bodenbeläge, abgehängte Decken, Putz sowie Trockenbau- und Malerarbeiten. Lediglich zwei Altbautüren und eine historische Heizkörperverkleidung konnten dabei erhalten werden. Nur ein mittig gelegener zentraler Versorgungspunkt für Zu-und Abwasser war die Restriktion des Altbaus und eine große Herausforderung für die Planung der insgesamt sechs Sanitärobjekte, die dort angeschlossen werden mussten. Um das umfangreiche Raumprogramm auf der begrenzten Fläche unterzubringen und dennoch einen großzügigen offenen und ablesbaren Gesamtraum zu erhalten, entwarf die Innenarchitektin einen flügelartigen Raumteiler als zentrales Element. Hier wurden Dusche, WC, Bidet und eine freistehende Badewanne sowie der maßgeschneiderte Waschtisch an der Wand über einen Kniff angeschlossen. Neben großzügigen Schrankelementen konnten zudem Waschmaschine und Trockner integriert werden. Durch diese Maßnahme entstanden drei räumliche Zonen, die durch zwei raumhohe Flügeltüren temporär und flexibel miteinander verbunden werden können: Ein Schlafbereich mit Sitzecke, ein Wellnessbad mit Sauna und ein Ankleidebereich mit Bibliothek. Um das minimalistische Ambiente zu unterstreichen, kamen neben lackierten Oberflächen vor allem authentische Materialen wie regionale Kieferndielen, Travertin und Leinen zum Einsatz. Die Farbauswahl ist auf beruhigende warme Naturtöne ohne starke Kontraste reduziert. Ein differenziertes Lichtkonzept sorgt für sinnliche Atmosphäre in dieser ganz privaten Ruheoase.

www.emueller-innenarchitektur.de

Fotos:

Kfir Harbi
www.kfirharbi.com

(Erschienen in CUBE Berlin 01|24)

Nothing found.

Wohnraum durch Wandel

Verblüffende Metamorphose – vom „Diskreten Haus“ zum mehrgeschossigen Wohnhaus

Nachhaltig mit Konsequenz

Ein Klimaunternehmen setzt auf Flexibilität und wiederverwendbare Materialien

Hanseatische Identität in gebranntem Ton

Die Renaissance der Klinkerarchitektur

Bewahrt durch Wandel

Sanierung als Statement moderner Wohnkultur: lichtdurchflutet, offen, elegant

Nothing found.

3M4A6581_15_700pixel

Farben, Kontraste, Volumen

Ester Bruzkus – Meisterin der Innenarchitektur

TOG-Kontorhaus-Berlin-1-_15_700pixelxO3c32fUdyu6s

Aufregend anders

Ein neuer Workspace präsentiert Ideen für das Arbeiten von morgen

GRAFT_CharlieLiving_-c-BTTRGmbH_01_19_700pixel

Mauercanyon

Charlie Living – neues Wohnquartier am Checkpoint Charlie

9B9E917B-5F62-4548-922C-7484BD85CDE1_b_15_700pixel

Ein Ort der Entspannung

Geschmackvoll und funktional: Osteopathische Praxis im Bezirk Tiergarten

designfunktion_PIABO-PR-GmbH_4_15_700pixel

Flexibilität als Leitfaden

Neuer Standort in Mitte bietet dynamische Arbeitsumgebungen

leonwohlhage_KUC_CRichters_4420-61_19_700pixel

Trapezakt

Das moderne Erscheinungsbild des 7-geschossigen Gebäudes ist geprägt von einer Schichtung verschiedener facettierter Oberflächen.