Gemeinsames Zusammenspiel

Das Forum am Deutzer Dom schafft urbane Begegnungsräume – innen wie außen

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Großstädte und Einkaufszonen werden bestimmt von Vielfalt und Tempo, von ständig neuen Lebensmodellen und Kommunikationsformen, aber auch wachsender Armut und sozialer Zerklüftung. Positives und Negatives liegen nicht nur eng beieinander, sondern sind auch Teil der urbanen Lebenswelt. In dieser Widersprüchlichkeit modernen Lebens situiert sich auch das Forum am Deutzer Dom, das von Kastner Pichler Architekten aus Köln im Auftrag der Katholischen Kirchengemeinde St. Heribert entworfen und realisiert wurde. Das neue Ensemble aus Kirche und Gemeindehaus ist Auftakt der Deutzer Freiheit und zugleich ein lebendiger Bestandteil. Es bietet einen generationenübergreifenden Ort der Begegnung, der offen für Menschen aller Altersstufen, Nationen und Religionen ist. Der Glaube soll gleichsam hier so gelebt werden, dass Gemeinschaft entsteht und gepflegt wird.

Das neue Pfarrzentrum an St. Heribert folgt der denkmalpflegerischen Zielsetzung für gründerzeitliche Kirchenbauten maximal, indem es Abstand zum Bestand der Kirche hält. Durch seine solitäre Freistellung zeigt sich das Gebäude zugleich selbstbewusst zur Deutzer Freiheit. Mit seiner der Materialität des Kirchenbaus angenäherten Sichtbetonfassade und den übernommenen Gesimshöhen wird es zu einem Teil des bestehenden Ensembles. Zwischen dem westlichen Lang- und Querschiff von St. Heribert und dem neuen Pfarrzentrum entsteht dabei erstmals ein städtischer und doch geschützter, intimer Platz. Dieser bildet zugleich den Auftakt zum Kirchgarten, der sich hinter der Kirche erstreckt und öffentlich zugänglich gemacht wurde. Es ergeben sich vielfältige Möglichkeiten der Nutzungen – von der Erweiterung des Pfarrsaals unter freiem Himmel bis hin zu Pfarrfesten, Ausstellungen und sonstigen Gemeindeveranstaltungen. Mit seinen transparenten Öffnungen gibt sich das Forum zum Platz zugleich besonders einladend. Entsprechend großzügig wurde auch das Eingangsfoyer gestaltet, über dem sich ein etagenübergreifender Luftraum mit umlaufender Galerie öffnet. Zugleich ergibt sich eine Durchsicht bis in den Kirchgarten. Das fugenartig angeordnete Treppenhaus verbindet die drei Geschosse und das Untergeschoss miteinander. Neben verschiedenen Seminar- und Veranstaltungsräumen sowie einer Jugendterrasse bietet das Haus die zur Deutzer Freiheit orientierte „Bücherkapelle“ als öffentlichen Leseraum.

www.kastnerpichler.de

Fotos:

Lukas Roth
www.lukas-roth.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 03|21)

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