Gute Note für Schulerweiterung

Der Oberhausener Glück-Auf-Schulcampus ist optimal an das Grundstück angepasst

Auf einem langgezogenen Grundstück in Oberhausen befand sich bereits ein 1908 errichtetes Schulgebäude, das im Laufe der Jahrzehnte östlich um ein WC-Gebäude und westlich um einen Bau für Kinder in Tagesbetreuung ergänzt wurde. Der in die Jahre gekommene Komplex entsprach in keiner Weise mehr den heutigen Anforderungen, weshalb Anfang 2020 beschlossen wurde, die Schule für Kinder mit Förderbedarf zu sanieren und zu erweitern. Die damit beauftragten Meier-Ebbers Architekten brachten den Bestandsbau und Neubau gestalterisch und konzeptionell zusammen und verbanden beide durch eine zurückspringende Glasfuge, die die Länge des Gesamtgebäudes aufbricht und für viel natürliches Licht im Innern sorgt. Die lineare Anordnung der Gebäude war durch das schmale und lange Grundstück vorgegeben.

Zunächst wurde das WC-Gebäude abgerissen und der Baugrund durch aufwändige Maßnahmen tragfähig für einen größeren, modernen und barrierefreien Anbau gemacht. In diesem finden sechs Klassenzimmer, Differenzierungsräume, ein Versammlungsraum, eine Bibliothek sowie ein separater Eingang und eine großzügige WC-Anlage Platz. Für die Fassade wurde, um eine Verbindung zu schaffen, der gleiche Klinker verwendet, der 2004 bereits in Teilbereichen beim vorderen Anbau verwendet worden war. Auf diese Weise wirkt das Hauptgebäude wie eingerahmt. Die übrige Fassade wurde als Lochfassade mit gerasterten Fensterbändern ausgebildet, wobei auch die Laibungen zwischen den Klinkern mit Alublech in Farbe der Fensterrahmen verkleidet wurden. Die Höhen des Bestandsgebäudes wurden übernommen, so dass mithilfe des Aufzugs im neuen, großzügigen und mit viel Glas gestalteten Treppenhaus der ganze Gebäudekomplex barrierefrei erschlossen werden kann. Damit sich auch Menschen mit Sehbeeinträchtigung selbstständig zurechtfinden, wird innen mit deutlichen Kontrasten gearbeitet. Das markante Blau und die Materialien orientieren sich an jenen des Bestandsgebäudes. So findet man die blauen Türrahmen und die blauen Vinylböden auch in den Klassenräumen im Neubau wieder. Der dunkle Kunststeinboden im Flur orientiert sich an dem Boden des Anbaus von 2004. In Gänze führt dieser behutsame Umgang mit Vorhandenem und die Beachtung vieler Details dazu, dass die Grenzen zwischen Neu und Alt nur geringfügig wahrgenommen werden und sich ein vertrautes Gefühl einstellt. Und dies bei maximalem Gewinn an Komfort und Qualität, wie auch am Beispiel der modernen und großzügigen neuen WC-Anlagen zu sehen ist.

www.meier-ebbers.de

Fotos:
Meier-Ebbers Architekten

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|24)

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