Gastlichkeit in mintgrün
Das „Dauser im Hafen“ inszeniert die Marke mit Ortsbezug und handwerklichen Details
Im Hafen begann alles 1947 – und knapp 80 Jahre später setzt sich die Geschichte fort: Die traditionsreiche Metzgerei-Gaststätte Dauser hat eine dritte Dépendance an der Hammer Straße eröffnet. Das „Dauser im Hafen“, das von Geiselhart Architekten aus Düsseldorf geplant und realisiert wurde, verbindet Markenarchitektur geschickt mit Ortsbezug und traditionellem Handwerk.
Der Kontakt zwischen Bauherr und Architekt entstand über ein Restaurant, das vor einigen Jahren in der Düsseldorfer Carlstadt eröffnete: Das Grande Étoile, bekannt für sein handwerklich gefertigtes Art-Déco-Intérieur und den sinnlich erfahrbaren Erlebnischarakter der gastronomischen Marke, wurde von Jürgen Geiselhart gestaltet und zählt zu den Stammlokalen von Geschäftsführer und Inhaber Christian Dauser. „Genau sowas möchte ich haben“, lautete daher sein ausdrücklicher Wunsch und Auftrag. Das Ladenlokal, das dafür im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses aus den fünfziger Jahren zur Verfügung stand, hatte über viele Jahre das bekannte Restaurant „Robert’s Bistro“ beheimatet, war aber auch vorher seit Jahrzehnten Standort gastronomischer Betriebe gewesen. Dennoch mussten beim Ausbau die aktuell gültigen Vorschriften für Brand- und Schallschutz eingehalten werden. Besonders die Lüftungsanlage für den Gastraum und die offene Thekenausgabe stellten die Architekten vor große Herausforderungen: Aufgrund niedriger Raumhöhen konnten die Lüftungskanäle nicht unterhalb der Decken installiert werden, sondern mussten aufwendig in bis zu zwei Meter tiefen Stahlbetonschächten im Erdreich verlegt werden. Zum Leitmotiv der Gestaltung wird die Hausfarbe der Marke Dauser – ein heller Mintton, der mit weiteren Gestaltungselementen eine einzigartige Verschmelzung aus industriell anmutender Loft-Atmosphäre, elegantem Fifties-Style und modern interpretierter Brauhaus-Gemütlichkeit erzeugt. Wie in allen Dauser-Läden ist dabei der offene Gastraum durch den Ausgabetresen, die Sitzgelegenheiten zum Essen und die Verkaufsregale für die Konservenware des Unternehmens strukturiert. Passend zum Nachkriegsbaujahr des Gebäudes wurde ein handwerklich perfekt verlegter Terrazzoboden mit großen weißen Marmorbruchstücken gegossen, der so strapazierfähig ist, dass er auch dem Rollwagen standhält. Die Holzbalkendecke in hell gebeizter Eiche interpretiert die rustikale Brauhausdecke zeitgemäß und lässt zugleich die schwarze Technikdecke dezent zurücktreten, in der sich Lüftungsleitungen, Beleuchtung und Musikboxen verbergen. Kombiniert wird das mit traditionellen Wandpaneelen in Kassettenoptik, die ebenfalls in Mintgrün lackiert wurden. Das Verkaufsregal mit den Dosensuppen aus hauseigener Herstellung ist dazu als Einbau gefertigt worden – aus reibungsarmem Messingschichtstoff, der das automatische „Nachrücken“ der Ware ermöglicht. Die Ausgabetheke als zentraler Anlaufpunkt wird durch schwarze Stahlrahmen und Füllungen aus Reliefbeton besonders akzentuiert. Das schafft zugleich einen Bezug zu den dunklen Fensterrahmen in der neu gestalteten Travertinfassade, die dem Ladengeschäft auch von außen wieder Eleganz verleiht.
Fotos:
Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com
(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|25)

