Natur im Wohnraum

Eine Nachverdichtung schafft Wohnraum und wertet auch ursprüngliche Bauten auf

wissmar-garagen-7_19_700pixel

Das Thema „Bauen im Bestand“ wird in Zukunft vermutlich immer wichtiger. Denn in Bestandsbauten steckt bereits viel graue Energie und manchmal schlummert dort auch ein kleiner Schatz. Welches Potenzial selbst noch unansehnliche Garagen bieten, zeigt eine Nachverdichtung in Nordhessen: Wie an vielen anderen Orten in Deutschland gab es neben einer ehemaligen Fabrik eine Batterie alter und und eher unansehnlicher Garagen. Der Architekt Gerhard Schymik aus Gießen, der zuvor mit dem Umbau der ehemaligen Fabrik betraut war, erkannte die Möglichkeiten und nutzte den Raum auf den Garagen für eine Nachverdichtung. So entstand auf den bestehenden Garagen eine lange Wohnung, die sich zur Landschaft an der Schmalseite des Riegels mit großer Geste öffnet und so „die Natur in den Wohnraum holt“, wie Schymik es nennt. Die Wohnung weitet sich dabei gefühlt von Raum zu Raum – je weiter man vom Eingang in Richtung Terrasse schreitet.
 
Aus Gewichts-, ökologischen und Raumklimagründen hat der Architekt das Haus vollständig in Holzrahmenbauweise erstellt und den Blick auf den natürlichen Baustoff unter der Decke gezielt eingesetzt. Die Fassaden des Wohnaufbaus und der Garagen selbst wurden mit einer pechschwarzen Schalung aus Fichtenholz verkleidet; sie sind hinterlüftet, mit Nut und Feder ausgeführt, geschlossen und geölt. Feine weiße Corian-Streifen rahmen die Fenster und geben den Fassaden ihre Eleganz. Eine weiße, runde Stahlstütze hat Schymik geschickt außermittig und nicht in der Ecke der Loggia platziert. Vom etwas höher gelegenen Wohnraum aus blickt und tritt man durch eine edle Fassade aus rahmenlosen Schiebefenstern in die grüne Umgebung.

Ein Nachverdichtungsprojekt, das zeigt, wie Architekten gleichermaßen Ressourcen erkennen, Atmosphären schaffen und den Bestand aufwerten können. Dabei hat sich der Architekt die Natur gleich dreifach ins Haus geholt: als Blick, als Motiv und als Vegetation. Und er setzte an mehreren Stellen bewusst auf grüne und dunkle Töne, die ebenfalls die äußere Landschaft ins Innere transportieren.

www.schymik-architekt.de

Fotos:

Frank Schulte
www.schulte-photography.com

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|22)

Architekten:

Gerhard Schymik Architekt
www.schymik-architekt.de

Holzbau, Fassade:

Rinn
www.rinn.de

Fenster, Türen und Küche:

Schreinerei Matthias Becker
www.schreiner-becker.com

Heizung, Lüftung, Sanitär:

Kost Wärmetechnik
www.heizung-baeder-kost.de

Wärmepumpe:

Buderus
www.buderus.de

Elektro:

AF Elektrotechnik
www.afelektrotechnik.de

Schalter, KNX-Gebäudeauto-automation:

Gira
www.gira.de

Sanitär-Keramik:

Duravit
www.duravit.de

Nothing found.

Schatz gehoben

Ausbau eines Dachgeschosses im Sinne urbaner Nachverdichtung setzt auf nachhaltige Entwicklung

Offenheit & Nähe

Neubau für betreutes Wohnen samt Kita schafft Raum für verschiedene Generationen

Einladende Atmosphäre

Die Gestaltung einer Praxis mit OP-Trakt vereint Funktionalität und Ästhetik

Im Lauf der Zeit

Modernes Bürohaus ersetzt Wohngebäude aus den Fünfziger Jahren

Nothing found.

Offenheit als Haltung

Kita mit Familienzentrum gibt architektonische Antwort auf pädagogische Vision  

frisch-beutel-rucksack-granit-002-_15_700pixel

Nachhaltig und regional

Lisa Frisch und Katharina Pfaff bieten eine Alternative zur Fast-Fashion-Industrie

Aus Liebe zu Frankfurt

Fotograf Alex Habermehl teilt seinen persönlichen Blick auf die Mainmetropole

Aufgesetzt

Modernes Domizil fügt sich in denkmalgeschützte Umgebung ein

Licht als Gestaltungselement

Licht als Gestaltungselement

Mit Innenarchitektur Kreativität, Dynamik und Zusammenhalt fördern

Photo-1-web-_jpg_15_700pixel

Alle an einem Strang

Flexibel, sparsam und mit cleverer Technik wohnt es sich besser

Grünes Refugium

Ein ganzjährig blühender Garten verbindet sich mit dem Wohnsitz

VV-02_15_700pixel

Moderne & Behaglichkeit

Kompakter und nachhaltiger Neubau überrascht mit großzügigen Innenräumen