Ein Hafen für Familien

SOS-Kinderdorf und Familienzentrum am Straßburger Platz in Dulsberg eröffnet

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Der Verein SOS-Kinderdorf ist ein gemeinnütziger Träger der freien Jugendhilfe. Er unterhält in Deutschland neben 16 SOS-Kinderdörfern zahlreiche weitere Einrichtungen von der Jugendhilfe über Beratungs- und Mütterzentren bis zur Dorfgemeinschaft für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Seit fast 50 Jahren ist SOS-Kinderdorf in den Bezirken Eidelstedt, Eimsbüttel, Hamburg-Nord und Wandsbek präsent und bietet ein differenziertes Beratungs- und Betreuungsangebot für Kinder, Jugendliche und Familien an. Besonders aktiv ist der Verein in Dulsberg, einem der hilfsbedürftigsten Stadtteile Hamburgs, denn über die Hälfte der Kinder in Dulsberg lebt nur mit einem Elternteil zusammen. Dem hohen Bedarf an Unterstützung im Quartier wird das SOS-Kinderdorf hier gerecht.

Das SOS-Familienzentrum Dulsberg ist im August in ein neues, komplett spendenfinanziertes Haus gezogen, den „Hafen für Familien“. Carsten Roth Architekt plante und realisierte den prominent am Straßburger Platz gelegenen Neubau, in dem sowohl Kinderdorffamilien ein neues Zuhause als auch die Dulsberger einen öffentlichen Ort der Begegnung, Bildung und Unterstützung finden. Auf einer Grundstücksfläche von ca. 1.000 m² fand nicht nur das Familienzentrum mehr Platz in neuen Räumen, es wurden auch drei Wohnungen für SOS-Kinderdorffamilien im hinteren Teil des Gebäudes untergebracht.  In diesen Wohnungen leben bis zu vier Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern wohnen können, mit der Kinderdorfmutter oder dem Kinderdorfvater rund um die Uhr in einem familiären Umfeld zusammen.

Der Bau ist in drei Teile untergliedert: Die drei Obergeschosse im nördlichen Teil und die vier Obergeschosse gegenüber der Kirche enden auf Höhe der benachbarten Wohngebäude und fügen sich so in das einzigartige, weitgehend denkmalgeschützte städtebauliche Umfeld der von Fritz Schumacher geplanten Siedlung auf dem Dulsberg. Damit das Wahrzeichen des Stadtteils, der Kirchturm der Frohbotschaftskirche, in seiner Funktion als Sichtachse und Bezugspunkt wirken kann, ist der Verbindungsbau in der Mitte eingeschossig. Die variierende Fassade skaliert sich entsprechend ihrer Nutzung und ist mit Terrakotta-Elementen aus gebranntem Ton gestaltet, die die Backsteinfarbe der umliegenden Gebäude aufnehmen. Der öffentliche Bereich im Erdgeschoss, orientiert zur Straßburger Straße, ist mit dem großen Familiencafé, dem Kinderkleiderladen sowie mehreren Kursräumen sozialer Treffpunkt und wichtige Anlaufstelle im Stadtteil.

www.carstenroth.com
www.sos-kd-hamburg.de

Fotos:

Klaus Frahm/arturimages
www.klaus-frahm.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|21)

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