Raum, Licht, Landschaft im Dialog
Ein Firmenhauptsitz in Thansau wird zur Bühne für Arbeit und Begegnung
Am Rand von Thansau bei Rosenheim hat die Schattdecor SE ihren Stammsitz um einen Erweiterungsbau ergänzt, der bewusst den Dialog mit der Umgebung sucht und zugleich die DNA des Unternehmens räumlich erlebbar macht. Das viergeschossige Atriumhaus von SBA Architektur und Städtebau, mit Innenräumen von Landau + Kindelbacher und Lichtplanung von Topp Lighting Design aus Weilheim, fügt sich mit seiner filigranen Fassade aus Stahl und Glasensibel in das angrenzende Biotop ein.
Klare Linien, großzügige Raumfolgen und eine offene Struktur prägen das Gebäude, das auf rund 1.800 m² Nutzfläche Arbeiten, Begegnung und Repräsentation miteinander verbindet – und Ende 2025 mit dem LIT Lighting Design Award ausgezeichnet wurde. Bereits im Eingangsbereich entsteht durch eine gezielte Lichtinszenierung eine warme, einladende Atmosphäre, die dank automatischer Steuerung über den Tagesverlauf hinweg auf konstant hohem Niveau bleibt. In dieses Konzept fügt sich auch das „Atrium of Light“ als Herzstück der neuen Firmenzentrale ein: Hier gehen Empfang, Cafébar, informelle Begegnungszonen und zentrale Wegeführung fließend ineinander über. Zugleich dient das Atrium als Veranstaltungsort, dessen Lichtstimmungen präzise auf die Dekore und Oberflächen des Unternehmens abgestimmt wurden. So entsteht ein fein austariertes Zusammenspiel von natürlichem und künstlichem Licht, das die Materialität gezielt hervorhebt und die Kompetenz des Dekordruck-Spezialisten wirkungsvoll inszeniert. An das Atrium anschließend erweitert ein flexibel nutzbarer Konferenzbereich das Raumangebot. Über eine fast sieben Meter hohe, vollautomatische Trennwand lässt er sich öffnen und mit dem Foyer zu einem Saal für bis zu 350 Personen verbinden. Besonders bei Konzerten entfaltet dieser Bereich seine Wirkung, wenn vorprogrammierte Lichtszenen per Knopfdruck abgerufen werden und die Veranstaltungen atmosphärisch begleiten. Ein wesentliches Gestaltungselement ist dabei das gezielte Spiel mit Kontrasten: Die vertikalen Lamellen an den Verbindungsstegen werden warm inszeniert und treten in bewussten Dialog mit der zurückhaltenden Beleuchtung entlang der Deckenkanten, während gleichzeitig in den Boden integrierte Uplights die raue Textur des Sichtbetons hervorheben. In den Büro- und Open-Space-Bereichen unterstützt neutralweißes, blendfreies Licht konzentriertes Arbeiten; Kommunikationszonen werden durch wärmere Lichtfarben und gestalterische Akzente bewusst hervorgehoben. So zieht im Eingangsbereich über dem Cafébereich eine skulpturale Pendelleuchte aus zahlreichen Glaswürfeln die Blicke auf sich. Auch in den Besprechungsräumen zeigt sich die Detailtiefe des Projekts: Eine maßgeschneiderte Profilleuchte folgt der Kontur des Konferenztischs und spendet angenehmes Arbeitslicht.
Fotos:
HGEsch
www.hgesch.de
(Erschienen in CUBE München 02|26)