Weißer Würfel

Kubisches Einfamilienhaus im Grünen, räumlich und energetisch neu gedacht

Die Transformation und energetische Sanierung eines Einfamilienhauses aus den 1960er-Jahren führten zur energetischen Aufwertung sowie einer konsequenten gestalterischen und funktionalen Reduktion der Innenräume mit hohem Wirkungsgrad. Ein zentraler Eingriff war die Freilegung und aufwändige Instandsetzung der bestehenden Beton-Kassettendecke. Diese verweist gestalterisch auf das Deckensystem des Sockelgeschosses der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe – einer der bedeutendsten Ikonen der klassischen Moderne im Berlin der Nachkriegszeit.

Wichtige Maßnahmen im Zuge der Transformation des „Weißen Würfels“ waren die Erneurung der Fenster sowie die Vergrößerung der bestehenden Öffnungen in der Fassade durch den Einbau textiler Sonnenschutzelemente in der Dämmebene. Besonders die Vergrößerung der Terrassenöffnung sorgt für mehr Tageslicht, stärkere Bezüge zwischen Innen und Außen sowie ein deutlich verbessertes Raumgefühl. Der Wohnbereich öffnet sich nun großzügig zur Terrasse – und schafft so eine neue Qualität des Wohnens. Auch im Innenausbau wurde das Haus konsequent weiterentwickelt. Die Bäder wurden vollständig erneuert und mit bodengleichen Duschen ausgestattet. Verdeckte, flächenbündige Türsysteme und die neu in die Bestandsböden eingearbeiteten Flächenheizungen unterstützen den minimalistischen Entwurf. Die Fußbodenheizung und ein besonderes Lichtsystem mit eigens entwickelten Befestigungen schaffen ein wohnliches Klima. Auch die passgenau gefertigte Küche fügt sich präzise in den Raum ein und verbindet Design mit Alltagstauglichkeit. Bestehende, vormals verdeckte Elemente wie die Stahlbeton-Kassettendecke wurden freigelegt und veredelt. Zur technischen Ausstattung gehört zudem eine nachhaltige Anlagentechnik: Als KfW-Effizienzhaus verfügt das transformierte Gebäude über einen hohen Grad an energetischer Autarkie.

Das Materialkonzept setzt auf eine helle, natürliche und bewusst reduzierte Palette. Als ästhetische „Klammer“ dient ein spanisches Fliesenfabrikat, das in allen Innen- und Außenbereichen als einziges Material eingesetzt wurde. Farblich auf den Sandstein der Außenterrasse abgestimmte Fliesen im Boden- und Wandbereich ermöglichen auf diese Weise eine kohärente, zurückhaltende Materialatmosphäre und verbinden die individuellen Wohnräume zu einer großzügigen Wohnlandschaft. Ergänzt wird das Konzept durch nachhaltige Silikat-Innenfarben.

Das frei stehende Einfamilienhaus mit vorgeschalteter Terrasse wurde im Rahmen der umfangreichen Sanierung geöffnet, veredelt sowie energetisch und räumlich neu gedacht. Nachhaltigkeit, Effizienz und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Bestand waren dabei die Leitlinien für die beteiligten Architekt:innen und Innenarchitekt:innen von Ernst – office for architecture.

www.ernst-office.com

Fotos:
Nico Fritzenschaft
www.nicofritzenschaft.com

(Erschienen in CUBE Berlin 02|26)

Architektur:

Ernst
www.ernst-office.com

Rohbau:

HTB Hochbau GmbH
www.htb24.com

Dachdeckerei:

Hanebutt
www.hanebutt.de

Malerarbeiten:

Lüttgens Malerbetriebe
www.luettgens-malereibetriebe.de

Fliesenlegearbeiten:

Simon Bartusch Fliesenleger
www.bartusch-fliesen.de

Fliesen:

Arcana Ceramica
www.arcanatiles.com

Leuchten:

Molto Luce
www.moltoluce.com

Farben:

Keimfarben GmbH
www.keim.com

Möbel:

formstabil Netzwerk Berlin
www.formstabil.construction

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