Harmonische Vielfalt

Vollendetes Wohnquartier im Ostend folgt dem Leitbild der europäischen Stadt

Das Frankfurter Ostend wandelt sich seit den 2000er-Jahren besonders stark. In diesem vormals industriell geprägten Stadtteil hat die Arbeitsgemeinschaft der Architekten Karl Dudler, Stefan Forster und O&O Baukunst 2023 den dritten Bauabschnitt eines urbanen Wohnquartiers vollendet, das durch städtebauliche Vielfalt und architektonische Qualität besticht – und das, obwohl hier ursprünglich eine Wohnbebauung baurechtlich ausgeschlossen war. Unweit der heutigen EZB, auf dem Areal des früheren Güterbahnhofs Ost, hatte der Projektentwickler Max Baum bereits 2003 eine Fläche von etwa 40.000 m² zwischen Ferdinand-Happ-Straße im Süden und den Bahngleisen im Norden erworben. Unter der Bezeichnung „Schwedler Carré“ wurde das Grundstück zunächst mit einem Supermarkt samt Parkhaus, der EZB-Kita und drei Bürohäusern in Ost-West-Richtung bebaut.

Das Wohnquartier wurde etwas später in drei Bauabschnitten umgesetzt und folgt dem Leitbild der europäischen Stadt mit klar definierter Trennung von privatem, öffentlichem und halböffentlichem Raum. Diesem übergeordneten Leitbild folgend haben die Planer das Gebiet zunächst in einzelne Parzellen unterteilt und mit der Architektursprache der drei Architekturbüros belegt. So entstand eine fein aufeinander abgestimmte Vielfalt bei Architektur und Fassaden, die durch die starke städtebauliche Figur zusammengehalten wird. Die Wohngebäude verfügen alle über Balkone oder Loggien und die Erdgeschosswohnungen punkten mit Gärten. Ein massiver Sockel und ein Wechsel bei der Farbgebung der Klinker differenziert die Fassaden der zumeist siebengeschossigen Gebäude von Stefan Forster. Eine besondere städtebauliche Geste stellt der 16-geschossige Wohnturm dar, der das Quartier nach außen hin markant abschließt.

Die rund 400 Wohnungen zeichnen sich durch eine hohe soziale Durchmischung aus: Neben Eigentums- und Mietwohnungen gibt es auch geförderten Wohnraum. Zwei Kitas im Erdgeschoss und großzügige Außenbereiche für die Gemeinschaft unterstreichen den Anspruch eines lebendigen und sozial heterogenen Quartiers.

www.sfa.de
www.maxdudler.de
wwww.ortner-ortner.de

Fotos:
Lisa Farkas
www.lisafarkas.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|24)

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