Neues in Altes eingepasst

Die bewusst zurückhaltende Gestaltung lenkt den Blick auf die Kunst und den Rhein

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Räume wirken. Das heißt, sie lösen irgendeine Art von Emotion aus. Im besten Fall entsteht ein Wohlgefühl. So erging es wohl einem Bauherrn, als er bei Bekannten zu Gast war. Und weil es ihm dort so gut gefallen hat, beauftragte er dasselbe Innenarchitekturbüro mit der Gestaltung seiner Wohnung. Brandherm + Krumrey fügten Neues zu Altem, verbesserten die teilweise ungünstige Raumsituation und rückten den Fluss stärker in den Fokus.

Letzteres war durch die vorhandenen großen Fenster relativ einfach möglich, die von luftigen Vorhängen gerahmt sind. Schwieriger wurde es, Neues in den Bestand ohne sichtbare Nahtstellen einzupassen, Oberflächen und Materialien zu vereinheitlichen und zu glätten. So wurde der ehemals geflieste Küchenboden durch neues Parkett ersetzt, das sich übergangslos zum alten, bereits vorhandenen fügt. Mit einer reduzierten Farbpalette, getragen von Anthrazit und Weiß, kehrte Ruhe ein, verstärkt durch die Reduktion von Nischen und Vorsprüngen. Die wurden in Einbauten eingebunden oder zu eigenständigen Räumen erweitert. So integrierte sich etwa eine Abstellkammer in die Küchenzeile, wo sie durch ihre farblich und materiell angepasste Tür nicht auffällt. Die große Garderobennische hingegen wurde zu einem abgetrennten Raum, der sich bei Bedarf weit öffnen lässt. Dafür verschwindet die als Schiebetür ausgebildete Vertäfelung hinter einem raumhohen Spiegel. Als Stilelement taucht das Motiv der dunkel gebeizten Vertäfelung mit den aufgesetzten schmalen Lamellen immer wieder auf und gibt den Räumen zusätzliche Tiefe. Im Schlafzimmer etwa tritt sie als Teil der Schrankwand, die sich über Eck zur Kommode weitet, in Dialog mit dem Kopfende des Bettes. Das ist mit grauem Stoff bespannt und ahmt spielerisch die vertikale Struktur der Vertäfelung nach, gleichwohl abgewandelt und verfremdet. Der matte Rotton der Leinentapete darüber unterstützt die kontrastierende Wirkung und verleiht der Polsterung zugleich Gewicht und Leichtigkeit.

Durch die großen Fenster erhält die Wohnung viel Tageslicht. Ergänzend dazu wurde ein Lichtkonzept entwickelt, das zoniert und ausleuchtet, Licht und Schatten dosiert. Auch um die auf dieser Bühne präsentierte Kunst gleichsam zu integrieren und hervorzuheben. Steht sie doch fast in Konkurrenz zum in der Tiefe ruhig dahinfließenden Rhein. Fast scheint es, als dienten die Innenräume nur dazu, nach draußen zu schauen.

www.b-k-i.de

Fotos:

Joachim Grothus
www.joachimgrothus.de

(Erschienen im CUBE Magazin Köln Bonn 02|22)

Architekten:

brandherm + krumrey
www.b-k-i.de

Küche:

SieMatic Möbelwerke
www.siematic.com

Beleuchtung:

Remagen Licht
www.remagenlicht.de

Leinentapete Schlafzimmer:

Arte International
www.arte-international.com

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