Remise Reloaded

Früher Handwerk – heute Büro und optisch ein Hingucker

20-04-IMM-JWA_Simon-Menges_HiRes_33_15_700pixel

Nur wenige wissen heute noch, was eine Remise ist. Früher waren sie Bestandteil städtischen Wohnens. In den Höfen der Häuser der Gründerzeit waren sie anzutreffen. Vorne wurde gewohnt, hinten hatten die Handwerker ihre Werkstätten. Ein Stück Architekturgeschichte, die der Vergangenheit angehört, denn es gibt nur noch wenige selbständige Handwerker oder sie wurden aus den Wohngebieten vertrieben.

Mit einem Bauwerk am Prenzlauer Berg lassen Berliner Architekten Jan Wiese und Ralf Wilkening in einem Hinterhof, an dem früher schon eine Remise stand, eine neue, modernisierte und heutige Form einer Remise wiedererstehen. Welche Klientel, die sich dort ansiedeln könnte, kommt in Frage? Künstler eher nicht, die könnten sich das wohl kaum leisten. Nein, es sind Kreative aller möglichen Berufsgruppen aus der Computertechnologie, Grafik, Softwareentwicklung, Werbebereich etc. Eine Nutzungsmischung, wie sie die Bauherrschaft Suwelack SHC wünschte. Das Grundstück in der Immanuelkirchstraße liegt zwischen Greifswalder Straße und Prenzlauer Allee. Hier stand bis in die 1990er-Jahre im zweiten Hof die Ruine der alten Remise. Seit 2020 steht hier der viergeschossige Neubau. Drei Gewerbeeinheiten teilen sich 502 m². Da das Gebäude an der hinteren, nördlichen Ecke an eine Brandmauer grenzt, sind drei Seiten geschlossen. Nur die Vorderfront ist durchgehend bodentief befenstert. Ein Raster aus Lärchenholz unterteilt die Fensterfront. Jedes zweite kann per Drehflügel nach innen vollständig geöffnet werden. Französische Balkone bilden die Absturzsicherung.

Die tragende Struktur besteht aus Stahlbetonwänden. Die Decken sind aus einem Holzbetonverbundsystem. Vorgefertigte Holzträger liegen auf den ausgesparten Betonvertiefungen. Auf dieses Gerüst kommt eine Holzplatte und auf diese wiederum eine Betonschicht als Boden der nächsten Etage. Der Boden wird mit einer 10 cm dicken Betonschicht, einer Fußbodenheizung und einem Estrich „belastet“. In dem halb in der Erde versunkenen Erd- bzw Tiefgeschoss in das durch die Fenster noch genügend Tageslicht dringt, gibt es einen Gemeinschaftsraum, Besprechungsräume und eine Küche. Auf dem Flachdach gibt es ebenfalls eine gemeinschaftliche Dachterrasse, absturzgesichert mit dem gleichen feuerverzinkten Gitter, das auch für die französischen Balkone verwendet wurde.

Den Architekten, die bereits Wohnungen im Vordergebäude ausgebaut hatten, ist mit der Remise ein Kleinod in der Großstadt gelungen.

www.jwa.berlin

Fotos:

Simon Menges

(Erschienen in CUBE Berlin 01|22)

 

Architekten:

JWA | Jan Wiese Architekten
www.jwa.berlin

Rohbau (Sichtbeton):

Hochbau KW Wohn- und Industriebau
www.hochbau-kw.de

Holzbau:

Vater Building
www.vaterbuilding.de

Dachdeckung:

Hanebutt Zörner Berlin
www.hanebutt.de

Sichtestrich:

Estricon
www.estricon.de

Elektro:

Ingenieur Uwe Klautzsch
Telefon: 030-5436011

Aufzug:

Kone
www.kone.de

Nothing found.

Wohnen im Komponistenviertel

Junges Wohnquartier in alter Nachbarschaft in Weissensee

Lichtdurchflutete Arbeitswelt

Hocheffizientes Bürogebäude in der Maxvorstadt

Gelungene Überführung

Der Umbau eines ehemaligen Wochenendhauses begeistert die Bauherrin

Individualität im System

Grundschule verbindet Planungs- und Fertigungseffizienz mit zeitgemäßer Gestaltung

Nothing found.

CARLO_JapPenthouse_Daniel_Scha-fer_004_15_700pixel

Penthouse à la Japonaise

Ausstattung mit Elementen japanischer Wohnkultur

Landhausgarten_Spiegelsee_1_c_VisitSpandau_ClaudiaSchwaier_15_700pixel

Vom Landhausgarten zum Park

Noch heute trägt das Areal den ursprünglichen Namen Landhausgarten Fraenkel

01-210829tm06_15_700pixel

Das blaue Wunder

Eine Brotmanufaktur soll Kunden mit ihrer Farbigkeit magisch anziehen

STADT_Strassenfassade_2016_b_15_700pixeltl9kR0K8aG0zS

Alte Bäderkultur in neuem Gewand

Aus dem Oderberger Stadtbad wurde ein exklusives 4-Sterne-Hotel

Räume in Räumen

Umgestaltung eines Büros zu einem völlig neuen Ambiente

_BAN0483-lowres_700pixel

Altes Gebäude neu ergänzt

Kriegszerstörtes Industriegebäude Gertrudshof komplett wiederhergestellt

Fasanenstrasse_01_15_700pixel

Fassade für Flaneure

Neue „ländliche Stadtvilla“ in Wilmersdorf