Spiel der Flächen

Wechselspiel von Wand- und Deckenscheiben bei großzügiger Taunus-Villa

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Am Stadtrand von Bad Soden erstand für eine vierköpfige Familie ein Traumhaus mit schöner Hanglage. Nördlich der Villa liegen die herrlichen Taunuswälder, im Süden und Westen blickt man über ein weites Tal bis nach Frankfurt. Kein Wunder, dass die Familie die stadtnahe, dabei ruhige und beinahe ländliche Umgebung zu schätzen weiß. Die spannungsvolle Ruhe der Umgebung sollte auch in den Entwurf einfließen. Und so haben die Bauherren die Entwurfsaufgabe für Hanspeter Heinze, dem Geschäftsführer vom Architektur- und Bauunternehmen Avantecture, klar definiert: Es sollte ein modernes Gebäude mit Flachdach, in klarer und beeindruckender Formensprache entstehen – mit einer ruhigen Außenwirkung, jedoch ohne einen aufgeregten und vordergründig spektakulären Eindruck zu erzeugen.„Als Entwurfsidee haben wir das Wechselspiel von Wand- und Deckenscheiben als Thema gefunden“, erläutert der Entwerfer. Diese sind in wechselnden Achsen und Richtungen gegen- und miteinander arrangiert, wobei sie stringent der Funktion folgen. Das Raumprogramm hat die Familie definiert und so entstand eine nach ihren Worten „stimmige, zugleich ruhige und doch beeindruckende, fast klassisch-moderne Architektursprache“.

Das Obergeschoss dominiert eine zu allen Seiten überstehende Dachdeckenscheibe. So profitieren die Räume nicht nur vom schattenspendenden Effekt, die Dachdeckenscheibe dient auch als Terrassenüberdachung. Im Erdgeschoss befindet sich hauptsächlich der als teiloffenes Raumrefugium von Küche, Essplatz und Wohnraum geplante Lebensbereich. Ein Kamin versorgt die Küche, Essplatz und Leseecke im Wohnzimmer gleichermaßen mit Wärme und dem Spiel der Flammen. Eine Wandscheibe setzt hier das Grundthema der architektonischen Gestaltung fort. Außerdem separiert sie die Ruhegefilde vom angrenzenden Fernsehbereich. Eine weitere Wandscheibe trennt den gesamten Wohnbereich vom großzügigen Koch- und Essbereich. Zwei in der Wand versenkbare Schiebewände erlauben einen Rundgang. Eine dieser raumhohen Trennwände stößt im geschlossenen Zustand auf die Stirnseite des Kamins und wurde dementsprechend kunstvoll dem Profil des Kamins folgend ausgeschnitten.

Um die ruhige Architektursprache zu unterstreichen, setzten die Architekten im ganzen Haus auf eine Reduktion der Materialien, die akribisch aufeinander abgestimmt wurde. Dabei wurden 3D-Innenvisualisierungen genutzt, welche nicht nur die Wirkung der gezeigten Form der Bauteile abbilden, sondern dank ihrer wirklichkeitsnahen Texturen beim Rendering der Bilder auch den Auswahlprozess der Oberflächen und Farben unterstützen.

www.avantecture.com

Wohnfläche: 332 m²
Grundstücksgröße: 1.200 m²
Bauzeit: 12 Monate
Bauweise: massiv, Poroton Mauerwerk mit Stahlbeton und Stahlstützen
Energiekonzept: Wärmepumpe mit Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Fotos:

Eric Kemnitz
www.eric-kemnitz.com

(Erschienen in CUBE Frankfurt 02|20)

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