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Mehr Raum zum Leben

Wilhelma: Neue Anlage für afrikanische Menschenaffen

Die Wilhelma, der zoologisch-botanische Garten Stuttgarts, ist Teil des Rosensteinparks, der im... mehr
Die Wilhelma, der zoologisch-botanische Garten Stuttgarts, ist Teil des Rosensteinparks, der im 19. Jahrhundert als englischer Landschaftsgarten in einem Talkessel und entlang steil ansteigender Hänge angelegt wurde. Das Entwurfskonzept für das neue Affenhaus fügt sich harmonisch in diese Umgebung ein. Die neue Anlage liegt auf dem topografischen Hochpunkt des Landschaftsparks und bildet einen künstlichen Bergrücken aus. Der Baukörper entwickelt sich entlang einer S-förmigen Linie um den erhaltenswerten Baumbestand herum und schiebt sich an den gebogenen Enden scheinbar unter das Erdreich: Erzielt wird dieser Effekt durch die Ausbildung zweier begrünter und schalenartig gebogener Dachflächen, die von einer Höhe von 7,50 m fließend in den angrenzenden Landschaftspark übergehen. Unter den Dachschalen befinden sich die Innengehege der Gorillas und Bonobos. Die Gehege sind getrennt voneinander angeordnet.

Besucher erreichen den Neubau über einen kleinen Vorplatz. Höhengestaffelte Terrassen, die mit Bänken und Informationssystemen ausgestattet sind, gliedern den weiteren Weg und bieten Raum zum Betrachten der Tiere. Dabei ist die Unmittelbarkeit der Begegnung zwischen Menschen und Affen eine Besonderheit der Anlage. Lediglich eine Glasscheibe trennt den Besucherbereich von den Gehegen. Nach oben schließt ein durchlässiges Gitter das Gehege ab, sodass sich Affen und Menschen im selben Klang- und Luftraum bewegen.

Die monolithisch anmutende Betonkonstruktion der Innengehege steht im Kontrast zur offenen, begrünten Anlage der Außengehege, die eine natürliche Fortsetzung der begrünten Dachlandschaft darstellen und in Teilbereichen von einer leichten Stahlnetzkonstruktion überspannt werden - getragen von einem „Stützenwald“ aus Stahlstützen. Wie Bäume in der Natur dient dieser Wald den Bonobos als Klettervorrichtung und Ruhestätte. Künstliche Lianen, Hängematten und Schlafnester übernehmen die Funktion des natürlichen Astwerks.

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Svenja Bockhop
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