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Indian Summer im heimischen Garten

Farbiger Szenenwechsel der Gartenkulisse im Herbst

Henri de Toulouse-Lautrec, französischer Maler und Grafiker beschrieb den Herbst als den... mehr

Henri de Toulouse-Lautrec, französischer Maler und Grafiker beschrieb den Herbst als den „Frühling des Winters“. Dem Sommer mit seiner üppigen Blütenpracht sollten Gartenbesitzer daher nicht nachtrauern, vielmehr gilt es den Sommer im heimischen Garten mit herbstlicher Farbenvielfalt über den „Goldenen Oktober“ hinaus zu verlängern und pflanzliche Akzente in leuchtenden Farbnuancen zu setzen. Denn die volle Schönheit vieler Pflanzen entfaltet sich erst in der dritten Jahreszeit und das Farbspektakel von Blättern und Blüten kann beginnen. Spätblühende Stauden wie Aster, Anemone oder Fetthenne entfalten großzügig gepflanzt eine dominante warme Farbpräsenz im Beet. Hosta und Storchschnabel stechen in der kühleren Jahreszeit durch eine gelbe-orange-rote herbstfärbende Laubtextur hervor. Markante Blickpunkte im Garten setzen auch die pittoresken Fruchtstände bereits verblühter Beetpartner, z. B. Sonnenhut, Kugeldistel, Schafgarbe. Als optischer Gegenpart treten Gräser mit ihren zarten filigranen Halmen in den Vordergrund und fangen schimmernd das Herbstlicht ein, z. B. Lampenputzergras, Reitgras, Pfeifengras, Chinaschilf.

Neben Wildem Wein als botanisches Färbemittel für Zäune, Mauern und Fassaden runden bekannte „Herbstklassiker“ wie Ahorn-Arten, Amberbaum oder Felsenbirne das herbstliche Gartenbild stimmig ab. Die leuchtende Farbpalette der Baumkulisse wird mit Japanischem Ahorn, Hartriegel oder Perückenstrauch ergänzt. Einige Herbstgehölze beeindrucken zusätzlich mit aromatisch duftendem Laub und Blütenaustrieb, z. B. Kuchenbaum, Duft-Schneeball oder Roter Hartriegel und Zimt-Ahorn zeichnen sich durch ausgefallende Rindenfärbungen aus, die auch winterzierend sind.

Die herbstliche Verfärbung von Blattgrün und Blüte ist keine konstante Größe, sondern abhängig von Standort und Witterungsverlauf: Sonnige Lagen und kühle Nächte fördern die Färbung, schattige Standorte und milde, verregnete Tage hingegen verursachen einen „blassen“ Herbst. Doch der Anblick der herbstlichen Schönheit und Vielfalt an buntem Blattwerk im eigenen Garten führt zur nüchternen Erkenntnis, dass am Ende aller Herbsttage die Blätter doch zu Boden fallen und lediglich als Laubteppich zurückbleiben.


Noël Besgen (Landschaftsarchitekt AKNW), Jahrgang 1976, gründete 2008 das Büro besgen Landschaftsarchitektur, das im Schwerpunkt private Gartenanlagen plant. Dem Studium der Rechtswissenschaft in Bonn und Sevilla kehrte er den Rücken, um Landschaftsarchitektur an der Universität Duisburg-Essen zu studieren und 2005 als Diplom-lngenieur abzuschließen. Für ihn als kreativen Ideenfinder  entsteht jeder Garten aus einer individuellen Idee.



Fragen zum Herbstgarten? Dann schreiben Sie an Noël Besgen: besgen@noel-besgen.de

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besgen Landschaftsarchitektur, Noël Besgen