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Nachhaltige Transformation

Das backsteinerne Holzsilo der Plange Mühle wurde in einen Kreativstandort umgestaltet

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Plange Mühle am Düsseldorfer Hafen das bekannteste... mehr

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Plange Mühle am Düsseldorfer Hafen das bekannteste deutsche Haushaltsmehl der Region produziert – das Diamant-Mehl. Die Plange Mühle war die zweite Dampfmühle des expandierenden Hamburger Unternehmers Georg Plange. Zu dem sechsteiligen Gebäudeensemble, das infolge von Produktionsanpassungen in der Nachkriegszeit immer wieder verändert wurde, zählten auch mehrere Silobauten: Während die zylindrischen Betonsilos Ende der 1920er-Jahre nach Entwürfen des Düsseldorfer Kunstakademie-Professors Karl Wach errichtet wurden, stammt das sogenannte Holzsilo noch aus der unmittelbaren Entstehungszeit der Weizenmühle. Seit der Stilllegung der Mühle in den 1990er-Jahren, wurde das denkmalgeschützte Ensemble von ingenhoven architects in ein modernes Loftgebäude für neue Arbeitswelten transformiert. Der Backsteinbau, der seinen Namen den früheren, aus Holz gezimmerten Vorratskammern im Inneren verdankt, konnte vollständig entkernt und zu einem Standort für die Mode- und Medienbranche umgebaut werden.

Das Holzsilo konnte mit seinen industriellen Bestandteilen nahezu vollständig erhalten werden. Es spiegelt in seiner äußeren und inneren Erscheinung den Charakter der Industriekultur mit deutlichen Bezügen zur klassischen Moderne wider. Seine Fassade ist vom Wechsel von Backstein- und Putzflächen geprägt. Über dem Backsteinsockel zeichnen sich die ehemaligen Silozellen durch fast gebäudehohe Rundbogenfenster ab. Der Erhalt und die Sanierung der ursprünglichen Fassade, Gitterfenster, Bestandswände, der Brücke und des Turms erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz. „Fehlstellen“ in der Fassade, die Granatsplitter aus dem 2. Weltkrieg enthält, wurden erhalten und machen die Zeichen der Zeit ablesbar. Der Innenbereich des Silos wurde sensibel zurückgebaut. Durch das Entfernen der ursprünglichen Silozellen und das Einfügen von Geschossebenen gewinnt der Bau deutlich mehr Nutzfläche – in einer spannungsvollen Kombination aus Alt und Neu. Die Transformation der Mühle ist aber auch unter städtebaulichen Gesichtspunkten zu sehen: Dank der neuen Nutzung flexibler Workspaces und gastronomischer Einrichtungen wird der Ausbau des Campus Plange Mühle zum Kreativstandort nachhaltig weiter gestärkt und in das soziale Umfeld des Medienhafen weiter eingebunden.

www.ingenhovenarchitects.com

Architekten: ingenhoven architects www.ingenhovenarchitects.com Fotos: HGEsch mehr

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Fotos:

HGEsch