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Mit Augenmaß nachverdichtet

Ein Bestandshaus in Unterbach wird durch ein Mehrfamilienhaus ergänzt

Im Düsseldorfer Stadtteil Unterbach überlagern sich unterschiedliche Bebauungsschichten – die... mehr

Im Düsseldorfer Stadtteil Unterbach überlagern sich unterschiedliche Bebauungsschichten – die punktuellen eingeschossigen dörflichen Bauten wurden in folgenden Nachkriegsdekaden durch mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser ergänzt. Auch heute gibt es genügend unbebaute Flächen, die das Potenzial für eine Nachverdichtung haben. So auch das nur teilweise bebaute Eckgrundstück, das sich am Ortsrand nicht weit von Wald und Wiesen entfaltet. Rückseitig hinter einer Doppelhauszeile aus der Jahrhundertwende sollte in einem vergleichsweise engen Baufeld eine Neubebauung mit einem Mehrfamilienhaus entstehen. Dabei sollte auch eine alte Kastanie erhalten werden, die das Straßenbild mindestens ebenso prägt wie das historische Doppelhaus.

Off.architekten aus Düsseldorf entwickelten einen Baukörper, der zwischen den eingeschossigen Satteldachhäusern und den mehrgeschossigen Nachbarbauten vermittelt. Als eine besondere Herausforderung stellte sich die Genehmigungsphase für das Bauvorhaben dar: Um den zwar nicht denkmalgeschützten, aber doch stadtbildprägenden Bestand zu erhalten, musste das Baufeld weiter nach hinten verschoben werden, was sowohl planungsrechtliche Befreiungen als auch umfangreichere Gespräche mit den Nachbarn nach sich zog. Durch diese Verschiebung hält sich der Neubau nun angenehm im Hintergrund und die Straßenansicht wird weiterhin vom ursprünglichen Bestand bestimmt.

Das Mehrfamilienhaus wird von der Straße aus über einen Innenhof erschlossen. Sichtstelen schirmen dabei jenen Bereich des Hofes ab, welcher der Wohneinheit im Altbau zugeschlagen wurde. Auch der Vorgarten mit der Kastanie ist Teil des Außenbereichs der Bestandswohnung. Über den Garagen befinden sich drei Etagen und ein Staffelgeschoss mit insgesamt sechs weiteren Wohnungen, ganz gemischt für Singles, Pärchen und Familien. Alle sind mit offenen Grundrissen und großzügigen Balkonen und im dritten Obergeschoss auch mit einem Mezzaningeschoss ausgestattet. Die Fassade des Rohbaus wurde mit einem Wärmeverbundsystem ausgebildet. Einen Akzent setzen dazu Trespa-Platten mit Holzmaserung, die zwischen den Fenstern und als Brüstungen um die auskragenden Balkons arrangiert sind. Im Innenhof kommen die Platten ebenfalls bei den Sichtstelen zum Einsatz. Der gesamte Bestandsbau wurde indes komplett entkernt und zu einer großzügigen Wohneinheit für eine Familie mit offenem Galeriegeschoss umgebaut. Durch die erhaltenen Öffnungen der Lochfassade ergeben sich dabei immer wieder unterschiedlich groß ausgeprägte Sichtperspektiven in den umliegenden Außenraum.

www.off-architekten.de

Fotos:

Ragentur
www.ragentur.de

Manos Meisen
www.manosmeisen.de

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