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Leicht und Luftig

Wohnhaus in Friedrichshain erhält mit einfachen Mitteln einen ungewöhnlich hohen Wohnstandard

Die Ausgangslage bei dem Projekt in der Eckertstraße in Friedrichshain von Anna Weber und Peter... mehr

Die Ausgangslage bei dem Projekt in der Eckertstraße in Friedrichshain von Anna Weber und Peter Tschada von orange architekten aus Berlin, war schwierig. Es handelte sich um eine Restfläche mit einem Bestand aus DDR-Plattenbauten, die das Baurecht heute so nicht mehr zulassen würde. Aufgrund der komplizierten städtebaulichen Situation war die Fläche für einen Bauträger uninteressant. Die Architekten kauften deshalb das Grundstück selber und entwickelten komplett in Eigenregie ein Wohnensemble mit insgesamt 15 Wohn- und Gewerbeeinheiten.

Das Gebäude besteht aus zwei voneinander unabhängigen Teilen. Im fünfgeschossigen, schmalen „Langhaus“ ziehen sich über die gesamte Gebäudelänge großzügige Lofts. Die Wohnungen sind zur Südseite hin komplett verglast und von den durchgehenden Balkons schauen die Bewohner direkt in die Baumwipfel. Auf der Nordseite zum Innenhof gelegen befinden sich auf allen Geschossen Laubengänge. Das zusätzliche, ebenfalls aufgeständerte „Atelierhaus“ besteht aus drei übereinander gestapelten Apartments von 40 m² und schließt die Lücke zum Nachbargebäude. Beide Gebäudeteile werden durch ein straßenseitiges, außen liegendes Treppenhaus erschlossen. Der gesamte Entwurf wirkt gegenüber seiner geschlossen auftretenden Nachbarschaft leicht und luftig. Bei der baulichen Ausführung versuchen die Architekten trotz der Vielzahl von Vorschriften und Standards wieder einfacher zu bauen. Anstelle eines konventionellen Wärmeverbundsystems entwickeln sie eine „textile Fassade“. Dabei ist auf dem Mauerwerk eine mineralische Dämmung angebracht. Darüber hängt als Nässeschutz nur noch eine schwarze textile Unterspannbahn. Auch die 4 m langen Fensterbänke an der verglasten Südseite brauchen keinen Vollwärmeschutz, da sie aus Dämmbeton gegossen sind. Am Boden verzichten die Architekten überwiegend auf Estrich und Parkett und verlegen stattdessen Vollholzplatten aus Fichtensperrholz in einer ungewöhnlichen Dicke von 6 cm. Es gibt in allen Wohnungen Sichtbetondecken. Schiebelemente ersetzen Wände aus Gipskarton und ermöglichen eine flexible Nutzung der Flächen.

Der Purismus bei den Materialien trifft an anderer Stelle auf eine verschwenderische Geste. Die Architekten verzichten auf ein mögliches Geschoss, damit sie Deckenhöhen von drei Metern planen können. Die Bewohner kommen so in den Genuss von besonders viel Raum und Licht.

www.orange-architekten.de

Architekten: orange architekten www.orange-architekten.de Fotografie: Jasmin Schuller... mehr

Architekten:
orange architekten
www.orange-architekten.de

Fotografie:
Jasmin Schuller
www.jasminschuller.com

Rohbau:
Thiel Baugesellschaft
www.thiel-bau-gmbh.de

Statiker:
Ziegert Seiler Ingenieure
www.zrs-berlin.de

Vermesser:
Bartels Vermessung und
Wertermittlung
www.bartels-vermessung.de

Energie- und Haustechnik, EneV:
Heutec Ingenieurdienstleistungen für energiesparendes Bauen
www.heutec.de
Enertec Naftz & Partner
www.enertec.at

Dachdecker:
Weko Bau Parchim
www.weko-bau.de

Fenster:
HFBB Holzfensterbau Bernau
www.hfbb.de

Netzfassade, Sonnensegel, LED-Beleuchtung:
orange produkt
www.orange-produkt.de

Stahlbau, Geländer:
Konrad Dölz Metallbau
www.metallbau-doelz.de

Elektro:
Hertel Elektro & Service
www.hertel-es.de

HLS:
EcoTec – HLSK
www.ecotec-hlsk.com

Estrich:
Kraft Raetsch EstrichBoys
www.estrichboys.de


Brettsperrholzboden:
Binderholz
www.binderholz.com
Verlegung:
Tischlerei Schade
www.tischlermeister-schade.de