Zu schön um zu Verreisen
Ein privates Refugium bietet alles für eine Auszeit daheim
In einem weitläufigen Landschaftsgarten nahe Pforzheim entstand mit dem Portus House ein Gebäude, das sich als sorgfältig komponiertes Zusammenspiel von Architektur, Außenraum und Lebensstil präsentiert. Der Bauherr träumte schon viele Jahre davon, ein Haus zu verwirklichen, das Schönheit, Alltagstauglichkeit und Dauerhaftigkeit miteinander vereint. Nachdem er schließlich ein geeignetes Grundstück gefunden hatte, beauftragte er den Architekten Alexander Brenner, dessen ikonische Wohnhausarchitektur er seit Langem besonders schätzt.
Von Beginn an herrschte große Übereinstimmung zwischen Bauherrschaft und Architekt hinsichtlich der Zielsetzung des Projekts: Es sollte ein komfortables Haus entstehen, das kultiviertes Wohnen ermöglicht, ohne im Alltag kompliziert zu sein. Räumliche Großzügigkeit, funktionale Klarheit und eine zurückhaltende Eleganz sollten eine Architektur hervorbringen, die auf dauerhafte Qualität setzt. Der Entwurf reagiert präzise auf die Lage des Grundstücks. Um den Vorbereich zur Straße zu minimieren und gleichzeitig einen parkähnlichen Gartenraum im Süden und Westen zu ermöglichen, wurde das Haus an der Nordostseite platziert. Zur Straße hin zeigt sich das Gebäude dank des langgestreckten Garagenbaukörpers nahezu geschlossen. Hinter dieser ruhigen Fassade entfaltet sich der Gartenbereich mit Pool und mehreren Terrassen – ein privates Refugium, das sich den Blicken von außen vollständig entzieht. Die Architektur öffnet sich mit weit auskragenden Dächern und raumhohen Verglasungen zum großzügigen Garten. Da die Freianlagen ebenfalls vom Architekten entworfen wurden, überzeugen Haus und Garten als zusammenhängendes Gesamtkonzept. Durch gezielte Geländemodellierungen sowie das Setzen ausgewählter Baumgruppen, Hecken und Gehölze entstand ein Außenraum, der entfernte Nachbarhäuser aus dem Blickfeld nimmt. Das Hauptgeschoss organisiert sich als fließendes Raumkontinuum, wobei eine großzügige Halle in den offenen Ess- und Kochbereich führt, der sich unmittelbar zur Terrasse mit Pool öffnet. Der sich anschließende Wohnraum mit offenem Kamin bildet das ruhigere Zentrum des Hauses. Durch den Wechsel zwischen offenen und gefassten Raumsituationen erhält der Grundriss eine differenzierte räumliche Dramaturgie. Da sich die Bauherren gerne im Freien aufhalten, wurden mehrere Terrassenbereiche geschaffen. Überdachte und windgeschützte Zonen – teilweise mit Außenkamin und Vorhängen – erlauben lange Aufenthalte im Freien auch bei schlechtem Wetter. Andere Terrassen, etwa am Pool, sind wiederum bewusst sonnig gehalten. Bei der Materialwahl standen Authentizität und Dauerhaftigkeit im Fokus. Da der Bauherr schon aus Berufsgründen ein feines Gespür für Qualität besitzt, wurden ausschließlich echte, langlebige Materialien verwendet. Die Bäder sind in Kirchheimer Muschelkalk ausgeführt, dessen ruhiger Farbton mit dem Eichenparkett korrespondiert. Auch die Außenbeläge greifen dieses Material auf, wodurch ein sanfter Übergang zwischen Innen- und Außenraum entsteht. Angefangen bei den Waschtischen über die Türen bis hin zu den Wandverkleidungen – sämtliche Einbauten wurden eigens vom Architekten für das Haus entworfen. Ein zentrales Motiv des Entwurfs ist ein „warmer Minimalismus“, erläutert Alexander Brenner seine Gestaltungsmaxime: Klare Proportionen, zurückhaltende Farben und sorgfältig abgestimmte Materialien erzeugen eine Atmosphäre, die Ruhe und Wohnlichkeit ausstrahlt, ohne modischen Gesten zu folgen. Anstelle schnelllebiger Trends prägt gestalterische Beständigkeit die Architektur. Für die Bauherren hat sich mit dem Haus ein Traum erfüllt. Augenzwinkernd sagen sie, dass das Haus allerdings einen großen Nachteil habe: Seitdem sie hier leben, verreisen sie seltener. Einfach, weil sie an kaum einem anderen Ort eine vergleichbare Ruhe und Lebensqualität finden wie in ihrem eigenen kleinen Paradies.
Fotos:
Zooey Braun
www.zooeybraun.de
(Erschienen in CUBE Stuttgart 01|26)