Spiel der Ebenen

Urbanes Einfamilienhaus auf schmalem Grundstück mit individuellem Charakter

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Das Steingauquartier liegt westlich der historischen Altstadt von Kirchheim unter Teck. Urbanität, Vielfalt und Dichte sind wesentliche Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Quartiers. Außerdem soll eine hohe Lebensqualität geschaffen werden und ein buntes Stadtbild entstehen, das sich aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzt. Die Parzellen wurden über eine Bewerbung mit anschließendem Vergabeverfahren ermittelt.

Für eine junge Familie wurde eine sechs Meter breite Baulücke zum Startpunkt ihres neuen Zuhauses im Quartier. Mehr* Architekten planten auf dem schmalen Grundstück ein Wohnhaus mit vier Ebenen. Man betritt es über ein Eingangsgeschoss, das zwischen dem Straßen- und dem Hofniveau vermittelt. Hier befinden sich ein Atelierraum und eine Garderobe, hinter deren Rückwand sich die Treppe ins erste Obergeschoss verbirgt. Oben zeigt sich ein zweigeschossiger Wohnraum mit Küche, die zwischen Essbereich und Wohnraum vermittelt. Von der Treppe aus gewährt ein runder Ausschnitt in der Wand einen Blick auf das Herzstück des Hauses. Darüber schwebt ein Zwischengeschoss mit Arbeitsebene und offenem Spielzimmer, von wo aus man den hohen Wohnraum überblickt. Eine runde Wendeltreppe leitet in einen Flur, der mit geringer Erschließungsfläche zu den privaten Zimmern im zweiten Obergeschoss führt. Der Dachgarten ist als „grünes Zimmer“ konzipiert und soll einen künstlichen Außenraum mit Ausblicken in die Altstadt und zur Schwäbischen Alb bilden. An den schmalen Seiten öffnet sich das Haus mit geschosshohen Verglasungen.

Die gesamte Konstruktion von Wänden und Decken wurde aus Ortbeton hergestellt. Das Tragwerk wirkt gleichzeitig raumbildend und zeigt sich an der Fassade. Der Beton an Decken und Wänden ist lasiert, ebenso die Einbauten und Trennwände aus Sperrholzplatten. Der Bodenbelag wechselt mit jedem Geschoss und verleiht diesem jeweils seinen eigenen Charakter: So wurde im Erdgeschoss für den Eingang und ein flexibel genutztes Atelier ein roher Zementestrich und für das hohe Wohngeschosss ein feiner Terazzo gewählt. Im Rückzugsort der Zwischenebene wurde ein dämpfender Teppichboden und im Schlafgeschoss ein Boden aus hellgrünem Naturkautschuk verlegt. Durch das Zusammenspiel der Haptik der einzelnen Materialien können diese in ihrer Wertigkeit erfahren werden und verleihen dem Haus seinen individuellen Charakter.

www.mehrarchitekten.de

Fotos:

Sebastian Schels
www.schels.net

(Erschienen in CUBE Stuttgart 01|23)

Architektur:

mehr* Architekten
www.mehrarchitekten.de

Rohbau:

Wurster Bauunternehmung
www.wurster-bau.de

Zimmerei (Innenwände und Treppengeländer):

Zimmerei Bachhofer
www.zimmerei-weilheim.de

Außenputz:

Sto
www.sto.de

Fenster:

Gutbrod Fenster und Türen
www.gutbrod-fenster.de

Terrazzo:

Horst Buschmann Bauunternehmen
www.buschmannbau.de

Kautschukboden:

Noraplan Unita
www.nora.com

Elektro:

Kümmerle Elektrotechnik
www.kuemmerle-elektrotechnik.de

Schalter:

Jung
www.jung-group.com

Sanitär-Keramik:

Geberit
www.geberit.de
Villeroy & Boch
www.villeroy-boch.de

Betonfertigteil-Treppe:

Bürkle
www.buerkle-baugruppe.de

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