Weniger ist mehr

Zum Abschalten reichen in diesem „Baumhaus“ auch 21 Quadratmeter

Weniger ist mehr

In einem Tiny House leben – ist das etwas für mich? Oder doch eher nicht? Wer das herausfinden möchte, kann dies in Wuppertal tun. In einer ruhigen Anliegerstraße, nur 2,5 Kilometer vom Zentrum entfernt, bietet das in grüner Umgebung eingebettete „1Step2AllStars-Baumhaus“ eine gemütliche Übernachtungsmöglichkeit. Inklusive Bergblick, Terrasse, Balkon und Klimaanlage. Aufgebaut wie ein Hotelzimmer, lässt sich das Tiny House über 50 Stufen vom Parkplatz aus erreichen. Und drinnen? Da erwarten Besucher:innen ein Schlafzimmer mit Doppelbett, eine Teeküche, ein Sitzbereich mit bequemen Sesseln und Tisch, eine Hochebene mit einem Ruhebereich zum Lesen sowie ein voll ausgestattetes Bad mit Dusche und WC. Alles auf übersichtlichen und kompakten 21  m².

Geplant und erbaut wurde das „Baumhaus“, das auf dünnen Stelzen über dem Hanggrundstück zu schweben scheint, vom Wuppertaler Architekten Ingo Hanel. Auffällig ist die schwarze Aluminiumfassade, die mit leicht goldenen Aluminiumbändern mit einer Gesamtlänge von 733 Metern umwickelt ist. „Das Baumhaus sollte wie ein Kunstwerk wirken, das Besondere ausdrücken und seinen Inhalt schützen“, erklärt Fassadenbauer Mike Fleischer, der für den Entwurf und die Umsetzung der Außenhülle verantwortlich zeichnet. Die Natur als Vorbild nehmend, wirkt die Verkleidung wie der Kokon einer Seidenraupe, die mit ihren Fäden eine schützende Hülle für das Leben im Inneren schafft. Während die sieben Meter lange Längsseite zum größten Teil mit Aluminiumbändern überspannt ist, bleibt die große Giebelfläche vorne mit dem 4,52 Meter hohen Fenster frei. Mit Hilfe der schwarzen Umrandung wird die Fensteröffnung besonders betont. Der hintere Teil des Hauses, der das Badezimmer aufnimmt, kann mit zwei Schiebelementen so verschattet werden, dass sich ein schönes Lichtspiel ergibt. Im Inneren ist das Haus mit naturbelassenem Fichtenholz verkleidet, wodurch es Wärme, Ruhe und jede Menge Gemütlichkeit ausstrahlt. Unterstützt wird die wohnliche und stilvolle Atmosphäre durch diverse dimmbare Beleuchtungsmöglichkeiten. „Meine Freundin Simone Jung, gelernte Raumausstatterin, und ich haben mit dem Tiny House einen Traum verwirklicht“, sagt Bauherr Jens Grabowski und fährt fort: „Wir reisen seit Jahren sehr viel und haben dadurch auch unsere Leidenschaft entdeckt, selbst Gastgeber zu sein.“ Sein Aufenthaltstipp für die Wuppertaler Unterkunft, die über die gängigen Buchungsportale angemietet werden kann? „Einfach auf dem Bett liegend den Weitblick in den gegenüberliegenden Wald oder über die Stadt genießen und den Abend ausklingen lassen.“

Fotos:
Ralf Dieter Bischoff
ralfdieterbischoff.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|24)

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