Die Kür des Kreises

Eine radiologische Praxis im Medienhafen transformiert die historische Siloarchitektur

160421_Rad_Praxis_001_15_700pixel

Seit der Jahrtausendwende erlebt das frühere Industrieareal Plange Mühle im Medienhafen eine Transformation. Nach dem historischen Holzsilo wurden nun auch die zehn erhaltenen Getreidesilos aus dem Jahr 1929 von ingenhoven associates denkmalgerecht umgebaut. In den monumentalen Sichtbetonsilos befinden sich auch die neuen Praxisräume der Radiologie Düsseldorf von Dr. med. Nils A. Krämer. Innenarchitektin Claudia de Bruyn, Inhaberin des Ratinger Architekturbüros two_space, hat in der beeindruckenden historischen Röhrenarchitektur eine einzigartige Raumfolge für die Röhren der Radiologie geschaffen.

„Ziel der Innenarchitektur war es, die Geometrie der ursprünglichen Architektur mit ihren 2 x 5 axial angeordneten, runden Silos in allen Ebenen nachzuzeichnen“, erzählt de Bruyn. „Die Vergangenheit sollte dabei mit der Gegenwart in einem vielschichtigen Gestaltungskonzept verbunden werden.“ Dafür wurden zunächst die hohlen Siloröhren der Länge nach aufgeschlitzt und entkernt. So entstand eine zentrale Raumachse mit den geöffneten Silos zu zwei Seiten. Die Bestandswände aus grob geschaltem Sichtbeton sind nur weiß gestrichen, um die Struktur erkennbar zu lassen und doch aufzufrischen. Freistehende, runde Wandsegmente komplettieren die aufgeschnittenen runden Räume. Sie sind mit Pinatex, einem nachhaltigen Material aus gepressten Ananasfasern, bespannt. Durch die silberne Beschichtung muten sie futuristisch an und schaffen so einen visuellen Bezug zur Hightech-Diagnostik der Praxis, die über modernste 3-Tesla-MRT- sowie CT-Scanner verfügt. Überhohe Glastüren verbinden die Betonwände mit den Wandsegmenten und lassen Rundgänge durch die Räume zu. Die expressive Lamellendecke im Flur erzeugt dazu einen dynamischen Horizont, ohne den Blick in die Rohdecke mit ihrer komplexen Technik zu verdecken. Betritt der Patient die Praxis, so zeigt sich die Decke in einem Blauton, der für Ruhe und Vertrauen steht, aber auch auf den nahen Rhein verweist. Beim Verlassen erscheint die Decke gelb – eine Reminiszenz an den ehemals hier gelagerten Weizen und Ausdruck für Optimismus und körperliche Kraft. Die runden Innenräume schaffen eine starke Fokussierung der Menschen im Raum. Die Bodenmaterialien geben Anzeichen auf den Grad der zugeschriebenen Intimität der jeweiligen Orte: Während das öffentliche Zentrum des Flurs mit geschliffenem Estrich belegt ist, wurden die Zonen vor den Besprechungsräumen mit einem radial verlegten Eichenparkett eher wohnlich gestaltet. Runde Teppiche verstärken durch das Material und den Farbverlauf von Gelb nach Weiß die Intimität einer Zone zusätzlich. Große, als Kreissegmente konstruierte Tische drängen auf den räumlichen Mittelpunkt und schaffen eine Atmosphäre des konzentrierten Miteinanders beim Gespräch.

www.two-space.com
www.radiologie-duesseldorf.de

Fotos:

Peter Kalte Speetproduction
ingenhoven associates / HGEsch

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|22)

Nothing found.

Dynamisch und grün

Ein Mobilitätsunternehmen in Ratingen hat einen großzügigen Erweiterungsbau erhalten

Neuanfang unter einem Dach

Modernes Gebäude verbindet Arbeiten und Wohnen auf harmonische Weise

Leise an Lauter Stelle

Neubau eines Wohngebäudes inmitten der Münchner Altstadt

Erneuert und doch erhalten

Die Ossendorfer Gartenhöfe ersetzen eine alte Wohnsiedlung nachhaltig und ohne Mietertausch

Nothing found.

Das Plus Inklusivität

Das Interior des neuen Tribe Hotels am Hauptbahnhof möchte Gleichgesinnte zusammenbringen

C-Thomas-Hoeffgen_10_700pixel

EIn Projekt voller Licht

Santiago Calatrava im Gespräch über den Düsseldorfer „Calatrava-Boulevard“ und seine Haltung als Architekt und Künstler

Cluster mit Naturkontakt

Eine Grundschule mit Sporthalle verbindet kommunikative Lern- und Außenräume

Ländliche Metamorphose

Ein alter Reitstall in Meerbusch verwandelt sich in lichtdurchfluteten Wohnraum

Die-klare-k_rperhafte-Architektur-der-Mixed-Use-Immobilie-wird-durch-skulpturale-Einschnitte-gegliedert_15_700pixel

Öffentlich und großzügig

Der neue Bürohauptsitz von HPP im Medienhafen schafft Räume für agiles, kreatives Arbeiten

_52A2799_15_700pixel

Kubus mit Überraschung

Ein reduzierter Kubus, der im Inneren jedoch alles andere als statisch wirkt

Foto-Michel-1-_15_700pixel

Alles im Kubus

Der kompakte Erweiterungsbau einer Gesamtschule in Neuss bündelt Mensa, Foyer und Klassenräume