Weniger ist manchmal mehr

Der Cube Garden in Krefeld strahlt dank seiner minimalistischen Gestaltung Ruhe aus

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Einen Garten in U-Form in drei Zonen zu gliedern, die jeweils eine Einheit bilden, jedoch über die Bepflanzung, die Materialien und den Zuschnitt der Pflanzen einen Zusammenhang bilden, lautete die Aufgabenstellung eines Krefelder Bauherren für Sudden Gärten und Landschaften. Gleichzeitig sollte es ein moderner Garten werden, der die drei Seiten zu den Nachbarn einrahmt, sich zu jeder Jahreszeit attraktiv präsentiert, pflegeleicht ist und den Ansprüchen des Versickerungsgebots genügt.

Ganz schön viele Vorgaben, die der Cube Garden bravourös meistert, indem er sich in seiner Farbigkeit zurücknimmt, mit Formen, Materialien und Ebenen spielt und dabei jede Menge Ruhe ausstrahlt. Dazu mischen sich wie zufällig wohldosierte Farbtupfer wie die des Riesenlauchs mit seinen runden Köpfchen auf langem Hals oder die dreier Felsenbirnen im Küchenbereich, die ihre Blattfarbe zum Herbst hin rot strahlen lassen. Der Hauptgarten ist vom Wohnbereich über eine großzügige Terrasse aus großformatigen Platten zu erreichen. Farblich auf die Fensterrahmen des Hauses abgestimmte Pflanzkübel fangen den Höhenunterschied zu einem weiteren Gartenbereich ab, der über eine zweistufige Treppenanlage erreichbar ist. Schachtelhalme erlauben dabei den Durchblick in die anderen Bereiche und grenzen gleichzeitig die Terrasse als geschützten Bereich ab. Gegenüberliegend dieses Sitzbereiches schließt sich ein großzügiges Beet aus Buchsbaumpflanzungen an, in denen sich Aussparungen für individuelle Bepflanzung mit Stauden befinden. Der andere Teil dieses Gartenbereichs wird ebenfalls durch frei und spielerisch verteilte Buchsbaumpflanzungen in Würfelform in verschiedenen Höhen bespielt und geprägt. Die Abgrenzung zum direkten Nachbarn „vor Kopf“ wird über geschnittene Eiben mit einer Höhe von ca. 2,50 m erreicht. Fächerartig wechseln sich hier Durchblick und Verschlossenheit ab. Zentraler Punkt dieser Scheibenpflanzung bildet in direkter Flucht der Terrassentür eine Wandscheibe aus Holz, die Sichtobjekt ist und einer Skulptur des Bauherrn als „Rücken“ dient. Nachts sind lediglich die einzelnen Treppenabgänge und jedes zweite Heckenelement mit einem Bodenstrahler beleuchtet. Im nördlichen Bereich mit seinem tiefliegenden Kellerfenster, wurde ein Senkgarten mit Treppencharakter entwickelt, sodass aus dem Keller nicht vor eine eintönige Mauer geschaut werden muss. Die einzelnen Höhenunterschiede werden dabei spielerisch überwunden und immer wieder spannende Treppensituationen gebildet. Breite Trittplatten zwischen Kiesel führen auf direktem Weg zur erhöht liegenden Garage. Dabei passsiert man scheinbar wahllos platzierte Buchsbaumpflanzungen, von denen eine jede ihre individuelle Note hat: mal rund, mal eckig, mal auf einem kurzen Stamm balancierend. Der dritte Teil des Gartens erstreckt sich zwischen der vorhandenen Mauer der Nachbargarage und dem Küchenbereich. Hier wachsen Küchenpflanzen in Kübeln, die als Hochbeete fungieren.

www.sudden.de

Fotos:

Stephan Kulle-Skorobogaty

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|20)

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