Es gibt sie, die zeitlose Moderne

Eine Villa aus den 1960er-Jahren bietet Komfort für eine junge Familie

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Hätte die Villa nicht schon durch ihren modernen Stil überzeugt, wäre die absolute Stille des rund 4.000 m² großen Grundstücks Grund genug, hier wohnen zu wollen. In einem Landschaftsschutzgebiet gelegen, wird das nach Süden ausgerichtete Haus durch seine Hanglage vor neugierigen Blicken geschützt. Der Blick reicht weit über die Hügel der Eifel, ein nahegelegener Stausee lädt im Sommer zum Baden ein. Auf diesem idyllischen Stückchen Erde baute sich in den 1960er-Jahren ein Fabrikantenehepaar ein wahres Traumhaus mit vielen besonderen Details, wie etwa die in die Wand eingebaute und mit antiken, handbemalten Delfter Kacheln geflieste Bar im tieferliegenden Kaminzimmer. An der Qualität des Baumaterials wurde nicht gespart, was zu dieser Zeit nicht immer der Fall war. So aber verfügt das Haus auch nach Jahrzehnten noch über eine sehr gute Bausubstanz. Eine ideale Ausgangssituation für die Innenarchitektin und Bauherrin Nadia Stanke, hier Arbeit und Familie unter einem Dach zu vereinen.

Geradlinig, offen und lichtdurchflutet präsentiert sich das Haus. Die vormals für zwei Bewohner ausgerichteten Räume sollten nun für eine vierköpfige Familie und das Innenarchitekturbüro umgestaltet werden. „Wir mussten die Räume neu strukturieren, eine Einteilung für Arbeiten und Wohnen schaffen. Das musste gut durchdacht werden“, erinnert sich Stanke, die beim Umbau auch höchsten Wert darauf legte, die Handschrift des Architekten zu erhalten. Die Grundfläche von 280 m² unterteilte die Innenarchitektin in 60 m² Bürofläche mit separatem Zugang und 220 m² Wohnfläche für die Familie. Die hellen Steinböden ergänzte sie mit ebenso hellen Holzböden in den Schlafräumen. Die größte Herausforderung aber war die Neugestaltung des Bades. „Ein Bad wird selten nachträglich verändert und muss einfach von Anfang an passen. Und unser Badezimmer passt“, freut sich Stanke.

Auch wenn die Architektur insgesamt an die klassische Moderne angelehnt war, so zeigte sich die Innenausstattung und Möblierung doch in recht dunklen Farben. Die gute Qualität der Ausstattung sprach für den Erhalt. Um dennoch die eigenen Vorstellungen einer puristischen, geradlinigen Formensprache zu verwirklichen, ließ Stanke das Holz hell lackieren. Nicht immer aber war die Lösung so einfach. „Nach langem Zögern hatten wir uns schließlich doch entschlossen, die Deckenverkleidung aus feinstem Sattelleder zu entfernen“, erzählt Stanke. Die Vorbesitzer waren Lederfabrikanten gewesen. Auch die handgeschlagene Kupferhaustür musste weichen, da sie aus energetischen Gründen nicht mehr zeitgemäß ist. Sie wird aber ihren Platz noch finden, als Wandbild zwischen den zeitlosen Designklassikern, mit denen Stanke den Wohnraum ausgestattet hat.

www.stanke-interiordesign.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|19)

Architekten:

stanke interiordesign
www.stanke-interiordesign.de

Parkett:

Maler Cramer
www.maler-cramer.com

Tapeten:

Elitis
www.elitis.fr

Türen:

Dana
www.dana.at

Sitzmöbel:

Vitra
www.vitra.com

(Couch-)Tisch(e):

Vitra
www.vitra.com
Walter Knoll
www.walterknoll.de

Waschbecken, Waschtisch:

Schreinerei Säger
www.schreinerei-saeger.de

Armaturen:

Vola
www.vola.com

Beleuchtung:

Flos
www.flos.com
Wever&Ducré
www.weverducre.com
Occhio
www.occhio.de
Waldmann
www.waldmann.com
Artemide
www.artemide.de

Regal/Kommode:

USM Haller
www.usm.com

Accessoires:

Vitra
www.vitra.com
Muuto
www.muuto.com

Fotos:

Judith Mengel
www.judithmengel.de

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