Aus Stellwerk wird Studio
Die Welt des Kochens an einem besonderen Ort
Ein Stellwerk ist selten ein interessantes Gebäude – außer es wird transformiert und mit neuem Nutzungszweck versehen. So im Fall des Stellwerks Löwenberg unmittelbar an der B 96: Nach einem radikalen Umbau beherbergt es nun ein hochwertiges Küchenstudio. Die Besonderheit liegt in der Kombination aus nostalgischem Ambiente und modernen Küchenausstellungen. „Dem Bauherren war es wichtig, die Bestandsarchitektur und den teilweise rauen Charme zu bewahren“, erinnert sich Innenarchitektin Katja Schuster vom Büro Kjubik Innenarchitektur, die den Auftrag erhielt, das Stellwerk entsprechend umzuwandeln.
Zunächst gaben die Architekten der 2B Planungsgesellschaft dem Gebäude durch gezielte Umbaumaßnahmen ein völlig neues Gesicht. Eine Herausforderung bestand darin, das Haus trotz Aufstockung um eine Etage als Einheit wirken zu lassen. Das neue Treppenhaus wurde seitlich an das Bestandsgebäude angesetzt, Interior wie Exterior jedoch harmonisch ins Gesamtkonzept integriert. Im Anschluss begann der Innenausbau: Aus dem ehemaligen Stellwerk entstand ein neues, hochwertiges Küchenstudio, das auf zwei Ebenen Platz für die Präsentation unterschiedlicher Küchen bietet. Der eigentliche Fokus lag jedoch auf dem Erdgeschoss, das künftig als Eventbereich für Kundenveranstaltungen sowie Küchen- und Gerätepräsentationen fungieren soll.
Was den Entwurf und schließlich auch das Ergebnis auszeichnet, ist der stimmige Bezug zur Bestandsarchitektur – rauen Ziegelwänden, roh belassenen Stahlträgern und Stahlstützen. Die Liebe zum Detail zeigt sich nicht nur bei den eigens entworfenen Lamellenelementen am Fenster und dem Metallregal über der Bar, die mit den Stahlträgern perfekt harmonieren. Auch das Rautenmuster der Fassade wird in der Rückenlehne der Sitzbank im Inneren aufgegriffen. Eine gelungene Kombination bilden überdies der grobe Naturstein am Empfangstresen und die glatten Küchenfronten: Diese sind mit ihren Geräten zwar präsent, bleiben aber dennoch zurückhaltend. So harmonieren glatte Fronten mit Natursteinflächen; die rauen Ziegelwände werden durch Spiegeldecken in Bronzefarbton kontrastiert, was der Gesamtästhetik Tiefe verleiht. Der gestalterische Bogen zieht sich bis ins neu hinzugefügte Treppenhaus hindurch. Beispielsweise findet sich das Grün der Sitzbank hier als Wandfarbe wieder, während schwarze Metallnetze als Geländerelemente die Materialsprache fortführen.
Fotos:
Katja Schuster
(Erschienen in CUBE Berlin 01|26)