Stadthäuser an der Alster

Historische Typologie modern interpretiert

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An der Grenze der Stadtteile Harvestehude und Rotherbaum verbindet die Alsterchaussee den Harvestehuder Weg und den Mittelweg. In dieser bevorzugten Wohngegend haben blrm Architekt*innen drei Stadthäuser realisiert. Ihre Staffelung folgt der natürlichen Topografie des Geländes zur Alster hin. Der Entwurf nimmt die Typologie der Reihenvillen entlang der Alsterchaussee auf und führt diese als Analogie zur Nachbarbebauung fort. In Maß und Proportion orientiert sich die Baumasse an der umgebenden gründerzeitlichen Bebauung. Zurückspringende Gebäude- und Fassadenelemente gliedern den Baukörper in der Vertikalen, gewähren witterungsgeschützte Eingangsbereiche und schaffen eine klar ablesbare Adressbildung. Ein schönes Detail an den Geländern vor den bodentiefen Fenstern sind die gedrehten Aluminiumlamellen, die im unteren Bereich eine optische Schließung und im oberen Bereich eine hohe Transparenz ermöglichen. In der straßenseitigen Erdgeschosszone schaffen Vorgärten Platz für einen Freisitz und die gewünschte Privatsphäre. Darüber liegen jeweils zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss.

Die Häuser stehen jeweils auf einem 60 cm hohen Sockel und werden von der Alsterchaussee aus erschlossen. Die Barrierefreiheit wird im Inneren durch einen Durchlader zur Überwindung des Sockelniveaus garantiert. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt über den Pöseldorfer Weg. Hier befinden sich zwölf Stellplätze für Autos sowie für Fahrräder der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Wohnungen sind mit zusätzlichen Abstellräumen im Untergeschoss ausgestattet. Die Stadthäuser sind als Mehrspänner mit maximal drei Wohneinheiten pro Geschoss geplant, die über die innen liegenden Treppenhäuser oder über die Aufzüge erreicht werden. Die Wohnungstypologien werden unterschiedlichen Nutzungsansprüchen gerecht und wiederholen sich je Gebäudeteil, wodurch ein einheitliches Fassadenbild entsteht. Die Fassade wird dabei zusätzlich geschossweise durch horizontale Betonfertigteile wie Fensterbänke und Attikaabdeckung rhythmisiert. Das Fassadenmaterial Klinker setzt sich zwar von den Bestandsbauten ab, korrespondiert aber mit seiner hellen Farbigkeit mit den benachbarten Gründerzeitbauten.

In den Stadthäusern sind insgesamt 33 Wohneinheiten entstanden. Die drei Regelgeschosse umfassen jeweils Zwei- und Dreizimmerwohnungen, wobei die Erdgeschosswohnungen von einem direkten Gartenzugang profitieren. Die Aufenthaltsräume der Wohnungen in den oberen Stockwerken sind so angeordnet, dass sie sich nach Süden orientieren und die dort angegliederten Balkone einen Blick über das Alsterpanorama ermöglichen. Die Staffelgeschosse zeichnen sich durch überaus großzügige Dreizimmerwohnungen aus, die jeweils über eine Dachterrasse verfügen.

www.blrm.eu

Fotos:

Joshua Delissen

(Erschienen in CUBE Hamburg 03|22)

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