Naturnähe trifft moderne Eleganz
Klar strukturierte Wohngarten-Oase mit Pool und zeitgemäßer Nutzgartenzone
In einem Garten sollten unterschiedliche Perspektiven wie Kunstwerke erlebbar sein: alle paar Schritte ein neues Bild, wie in einer Galerie. Dieses Zitat des Fürsten von Pückler-Muskau leitete die Neugestaltung des Außenraums eines modernen Einfamilienhauses. Eine spannende Aufgabe für den Landschaftsarchitekten Noël Besgen, zumal der Entwurfsprozess auf weiter Flur und ohne umgebenden Bestand wachsen konnte.
Die vierköpfige, junge Familie wünschte sich eine moderne, klar strukturierte Wohngartenoase mit Pool und zeitgemäßer Nutzgartenzone – in entspannter Lounge-Atmosphäre, intim abgeschirmt und mit flächigen, klimaresilienten Gräser- und Staudenpaketen „eingewachsen“. Die Elemente Wasser und Natur sollten harmonisch und ästhetisch verbunden werden, sodass sie im Wandel der Jahreszeiten mit allen Sinnen erlebbar werden. So wenig Rasen wie nötig, so viel Pflanzung wie möglich. Ein üppiges Bepflanzungskonzept sollte wesentlicher Teil der Gartengestaltung werden. „Endless Summer“ nannte Noël Besgen das Projekt. Seine Planungsidee: ein zeitloser, moderner Gartenraum mit natürlichem, klassischem Charme, der dauerhaft Bestand hat, ästhetisch-ökologisch flexibel bleibt und als erweitertes, „grünes“ Freiluft-Wohnzimmer eine Einheit von Haus und Garten bildet. Das Konzept umfasste die Schaffung einer großzügigen, schwebenden Familienterrasse sowie einer Garten-Pool-Lounge, die Inszenierung mit Licht und eine Bewässerungsanlage. Ein freistehendes Gewächshaus sollte ein optisches Highlight im zeitgemäßen Nutzgarten bilden. Der als moderner und schlichter Kubus aus Stahl, Glas und Holz konzipierte Baukörper fügt sich stimmig ins Gesamtgefüge ein. Feste Wege und Formrahmen schaffen Übersichtlichkeit; Stauden- und Gräserbereiche vermitteln eine natürliche, ungezwungene Stimmung, die über das Jahr hinweg Blüten bietet. Schattenwerfende Gehölze dienen als Sichtschutz, während Privatsphäre durch Pflanzen und Sichtschutzelemente geschaffen wird. Ein Spielrasen, ein Nasch- und Obstgarten sowie eine insektenfreundliche Gartenstruktur runden das Konzept ab. Das Motto der Pflanzplanung lautete „Mehr von Wenig“, was mit pflegeleichten, flächigen Beetpaketen und Gräsern in natürlicher Formgebung, im Dialog mit der modernen Gebäudearchitektur gelang. Hochwertige Materialien – Beton, Naturstein, Stahl, Holz – verleihen Beständigkeit, während sich der Garten dezent in die urbane Umgebung fügt. Die Neugestaltung betont eine klare Geometrie durch feste Wege und Formrahmen, während Stauden- und Gräserbereiche eine natürliche, ungezwungene Jahresstimmung erzeugen, die im Wechsel der Jahreszeiten Blüten trägt.
Fotos:
Till Vielrose
www.vielrose.de
Noël Besgen
(Erschienen in CUBE Köln Bonn 01|26)