Ensemble mit Strahlkraft

Das Berswordt-Quartier in Dortmund spielt geschickt mit Klinkern sowie Vor- und Rücksprüngen

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In urbanen Gebieten, wo Bauflächen immer knapper werden, sind intelligente Lösungen für modernes und flexibles Wohnen auf kompaktem Raum mehr denn je gefragt. Mit dem Berswordt-Quartier ist in Dortmund eines der größten innerstädtischen Wohnungsbauprojekte auf einer 10.900 m² großen Grundstücksfläche realisiert worden, die zuvor als Parkplatz genutzt wurde. Geschaffen wurden insgesamt 26.600 m² Wohnfläche, aufgeteilt in 365 möblierte Mikroapartments sowie 222 hochwertige Mietwohnungen. Hinzu kommen Gewerbeflächen im Erdgeschoss sowie eine Tiefgarage mit 200 Plätzen. MPP Meding Plan + Projekt aus Hamburg entwickelte dafür eine Blockrandbebauung. Das nach einem alten Dortmunder Adelsgeschlecht benannte Berswordt-Quartier im Kreuzviertel befindet sich nahe der Fachhochschule, dem Messegelände und dem BVB-Stadion.

Für das überwiegend sieben Stockwerke hohe Gebäudeensemble entwickelten die Planer eine Bebauung, die sich mit einem annähernd dreiecksförmigen Grundriss dem Verlauf der angrenzenden Straßen anpasst. Nach Norden und Osten stößt der Neubau auf zwei großformatige Hotelbauten mit roten beziehungsweise weißen Klinkerfassaden, nach Süden schließt die Geschäftsstelle von Borussia Dortmund als schmaler, grau verklinkerter Riegel an. „Um zwischen den verschiedenen Bauten zu vermitteln, haben wir uns dazu entschieden, die Gebäudemasse durch eine differenzierte Materialwahl sowie durch markante Rücksprünge in den oberen Bereichen zu untergliedern“, beschreibt Architekt Jan-Oliver Meding das Konzept. „Jedes Haus ist damit als Einzelbaukörper ablesbar und hat seine eigene Identität. Trotz der Größe des Vorhabens gelingt so eine gute Integration in die angrenzende Bestandsbebauung.“ Die Entscheidung, Klinkerriemchen in verschiedenen Farben als Fassadenmaterial zu verwenden, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt erarbeitet. Sie greifen nicht nur die umliegende Bebauung auf, sondern spiegeln auch die Industrie- und Baukultur der Stadt wider. Gleichzeitig hatte die Stadt Dortmund vorgegeben, dass sich die Farbe des Eckgebäudes der Neubauten am schwarzen Gebäude der nahen BVB-Zentrale orientieren sollte. In enger Zusammenarbeit zwischen Bauherrn und Klinkerhersteller wurde in Versuchen und Bemusterungen eine spezielle Sortierung in den Farben Rot, Beige, Grau und Torf entwickelt. Riemchen in unterschiedlichen Dicken, die unterschiedlichen Farbtöne und der wilde Verband lassen in Kombination mit kleinteiligen Flächen in Putz ein aufgelockertes Fassadenbild entstehen. Die Flachdächer sind begrünt und tragen damit zu einem besseren Mikroklima bei. Einige Wohneinheiten verfügen zum abgeschirmten Innenhof hin über Balkone. Dieser ist vollflächig als Tiefgaragenbegrünung geplant und bietet Raseninseln, einen Spielplatz und Freiflächen als Bewegungsräume.

www.mpp.de

Fotos:
Jan-Philip Kongste
www.kongste-architekturfotografie.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 03|21)

 

 

Architekten:

MPP Meding Plan + Projekt
www.mpp.de 

Freiraumplanung:

KRE_TA Landschaftsarchitektur
www.kreta-berlin.de

Klinkerriemchen:

Röben Brick-Design
www.roeben.com

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