Künftiges städtisches Wohnen
Ein weiterer vorbildlicher Baustein der Schöneberger Linse in Holzhybridbauweise
Als Teil des neuen Stadtteilprojektes Schöneberger Linse erhielten Scharabi Architekten aus Berlin den Zuschlag für das Holzhybridgebäude mit dem Namen „Linse“. Dabei handelt es sich um ein siebengeschossiges Mehrfamilienhaus mit 17 Wohnungen, darunter eine Clusterwohnung mit vier Einzelappartements sowie einem Gemeinschaftsraum und -balkon.
Der Schwerpunkt des Wohnprojekts, das zu einer neuen Generation nachhaltiger und urbaner Wohnbauvorhaben gehört, liegt auf dem gemeinschaftlichen Wohnen. Der Name „Linse“ übernimmt die Bezeichnung des Großprojekts Schöneberger Linse, das durch die linsenförmige Abfolge des Baugebiets zwischen den Bahngleisen des Bahnhofs Südkreuz im Norden und dem stark befahrenen Sachsendamm im Süden entstand. Der städtebauliche Entwurf der Schöneberger Linse stammt von Roedig Schop Architekten. Das Konzept sieht ein lebendiges Stadtquartier mit klassischer Berliner Blockrandbebauung und einer Mischung aus Wohn-, Dienstleistungs- und sozialen Nutzungen vor.Das Einzelgebäude „Linse“ entwarfen Scharabi Architekten mit dem Ziel, ein innovatives ökologisches Holzhaus mit hoher sozialer Relevanz zu bauen. Sozialer Zusammenhalt, der in anonymen Wohnblocks oft fehlt, wird durch architektonische Angebote gestärkt. Die bereits erwähnte Clusterwohnung ist eines dieser Elemente. Sie ist Frauen über 50 vorbehalten. Zu den weiteren Angeboten zählen ein Multifunktionsraum, ein Jugendtreff im Erdgeschoss, mehrere Gemeinschaftsbereiche und eine Werkstatt im Untergeschoss. Das Gebäude ist als Holzhybridbau ausgebildet: Sockel, Erdgeschoss, Treppen und der Versorgungskern bestehen aus Stahlbeton, während das übrige Haus in massiver Holzbauweise aus Brettsperrholz errichtet ist. Die unbehandelten Holzwände bleiben in den Wohnräumen sichtbar, ebenso die Geschossdecken, die als Hohlkörper-Holzelemente ausgeführt und ebenfalls holzsichtig sind. Die Fassadenverkleidung zum Sachsendamm hin besteht aus Faserzementplatten, während die Gebäuderückseite aus unbehandeltem Lärchenholz gestaltet ist. Sowohl straßenseitig als auch auf der Hausrückseite gibt es Balkone. Ein weiteres zentrales Thema des Entwurfs ist die Nachhaltigkeit des Gebäudes im KfW-40-Plus-Standard. Wärmerückgewinnung reduziert einen Großteil der Heizkosten; zusätzliche Wärme wird durch eine Sole-Wärmepumpe und ein Mikro-Blockheizkraftwerk gewonnen.
Fotos:
Jan Bitter
www.janbitter.de
(Erschienen in CUBE Berlin 04|25)