Ins Bewusstsein gerückt

Der skulpturale Empfangspavillon ist weithin sichtbar und leicht zu finden

Im Zuge der Entwicklung und Umgestaltung des Firmengeländes der Hamburger Energienetze an der Bramfelder Chaussee wurde die unbefriedigende Eingangssituation durch einen skulpturalen, zeichenhaften Empfangspavillon gestärkt. Ziel war ein angemessener, qualitätsvoller Zugang zum Hauptstandort – weithin sichtbar und leicht zu finden. Der Pavillon, der von Busch & Takasaki Architekten BDA aus Berlin entworfen wurde, erfüllt diese Anforderungen auf verblüffend einfache und unaufgeregte Weise. Die Umsetzung erfolgte durch Gerkan Marg und Partner im Rahmen einer Generalplanerleistung, zusammen mit weiteren Gebäuden, die auf dem neu strukturierten Firmengelände errichtet werden.

Der Empfangspavillon steht leicht abgerückt von der Straße und bietet in seiner homogen angelegten Platzsituation eine hohe Aufenthaltsqualität. Die einzelnen Funktionen – Empfang, Ausstellung, Besprechung und Pausenbereiche – sind zu einem prägnanten, dreigeschossigen Baukörper gestapelt. Dezente Auskragungen der Fassadenstruktur leiten Besucher:innen ins Gebäude und weisen in Richtung Betriebshof. Gleichzeitig verleihen sie dem Turm eine markante, aber nicht aufdringliche Skulpturalität. Je nach Perspektive verändert sich seine Form und erzeugt durch die Verschiebung der Kuben Leichtigkeit bei gleichzeitiger Präsenz zugleich. Der Empfangsbereich bildet das räumliche Zentrum, von dem aus alle weiteren Nutzungen erreichbar sind. Gestalterisch hochwertige, lineare Treppenläufe verbinden die Ebenen und inszenieren die Vertikalität des Ausstellungsraums.

​Die Materialität des Pavillons spiegelt sowohl Innovation und Nachhaltigkeit als auch die spezifische Identität des Unternehmens wider. Die Außenwände bestehen aus einer Holzfachwerkkonstruktion, die von außen ablesbar bleibt. Sie strukturiert auch den Innenraum räumlich und atmosphärisch – sie bleibt sichtbar, definiert Zonen und verleiht den Räumen Tiefe und Struktur. Die Erdgeschosszone ist rundum verglast. Als Hülle und damit als weithin sichtbar kommunizierendes und identitätsstiftendes Material dient eine Kupferfassade. Die Reflexionen und Spiegelungen auf der Kupferoberfläche erzeugen tagsüber ein lebendiges Bild, nachts strahlt die Fassade von innen heraus und entwickelt eine faszinierende Strahlkraft. Die vertikale Gliederung aus Holzkonstrukion und Stehfalz verleiht dem Baukörper Plastizität im Detail. Eine transparente Beschichtung auf der Kupferoberfläche verhindert Oxidation und den Schwermetallabtrag. ​Das Tragwerk des Neubaus ist als Holzkonstruktion konzipiert. Die tragenden Außenwände bestehen aus einem Holzfachwerk.

Die Decken über dem Erd- und Obergeschoss sind als klassische Holzbalkendecken mit aussteifender Holzscheibe ausgeführt und an einen Stahlbeton-Aufzugskern angeschlossen – ebenso die vollflächige Dachdecke. Der neue Eingangsplatz schafft eine identitätsstiftende Geste und rückt den Innovationscampus gemeinsam mit dem Pavillon ins öffentliche Bewusstsein. ​Der zurückhaltende, offene Platzraum ermöglicht unterschiedliche Aktivitäten und dient als Treffpunkt. Der Pavillon steht frei, eingerahmt von Bestandsbäumen, Gräsern und Stauden, die eine grüne Kulisse bilden. Eine Sitzmauer fasst die Platzkante. Schlichte Stelenleuchten markieren den Ort vertikal und inszenieren ihn auch bei Dunkelheit.

www.buschtakasaki.de

Fotos:
Bryn Donkersloot
www.bryndonkersloot.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|25)

Nothing found.

Leben auf der Halbinsel

Neubau in nachhaltiger Bauweise denkt Gemeinschaft neu

Ort der Begegnung

Das neue Pfarrheim Mariä Himmelfahrt in Miesbach prägt ein Kontrast aus Modernität und Tradition

Preziose unterm Dach

Ein Spitzboden in einem Mehrfamilienhaus in Essen-Rüttenscheid wird zum Vorzeigeprojekt

Nothing found.

01_19_700pixelfitf31wMS9KhV

Blick in die Landschaft

Umbau und Erweiterung schaffen ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Zuhause für eine Familie

Atlantic-Bar-2-_15_700pixel

Bar für Weltenentdecker

Die Atlantic Bar vereint hanseatisches Flair mit Weltoffenheit und Genuss

lisafardiDESIGN-Kommode-H_15_700pixel

Präzise Ästhetik

Die Möbel der Innenarchitektin Lisa Fardi konzentrieren sich auf das Wesentliche

5362_RET_15_700pixel

Neuer Name – neue Nutzungen

Das Kontorhaus am Ballindamm 17 wurde umfassend und denkmalgerecht saniert

12_15_700pixel7zFPQKdDMAPWc

Lebendiger Zeitzeuge

Der ehemalige Getreidespeicher bleibt ein Arbeitsort

p02_mk01_blauer-himmel_19_700pixel

20 Jahre Großprojekt HafenCity

Das 20.000 m² Bruttogrundfläche große Gebäude namens Moringa mit einer überwiegenden Wohnnutzung wurde gemeinsam mit kadawittfeldarchitektur nach dem…

Ästhetische Raffinesse

Über die Herangehensweise von Peter Fehrentz

_USC4916-HDR-Bearbeitet_15_700pixel

Krähennest statt Umzug

Durch das Ausloten von Raumreserven entsteht Platz